Falkensteins Weinprobe
Von Hildegards Weinberg

Zum 13. Mal rief Karl-Heinz Seebald, Bürgermeister von Rockenhausen, zur alljährlichen "Nordpfälzer Weinprämierung". Die meisten Betriebe der Gegend stellten brav Proben.

Es war eine angenehme Verkostung. In dieser abgelegenen Landschaft an den Flüsschen Alsenz und Glan, die früher zur Pfalz gehörte und heute gerne als "Südpol der Nahe" bespöttelt wird, ist der 2003er längst nicht so feist geraten wie anderswo. Die dargebotenen Weine waren zwar kräftiger als sonst, besaßen aber eine erfrischende Säure.

Als besonders angenehm empfahl sich ein klassisch zu nennender Weißburgunder vom Weingut Klostermühle in Odernheim. Da tänzeln Aromen von Birne, Walnuss und Liebstöckel auf der Zunge. Die knackige Säure macht Spaß. Eine kreidige Note und Schlieren am Glas weisen auf reichlich Extrakt hin.

Der Begriff "Klostermühle" ist fast richtig. Es finden sich in dem Weingut noch Reste eines Wirtschaftsgebäudes, das einst zum Kloster Disibodenberg gehörte, der Wirkungsstätte der Hildegard von Bingen. Um 1900 wurde eine Ölmühle darin eingerichtet, die 1982 fast gänzlich abbrannte. Als Weingut erstand das Anwesen wieder auf. Es gedieh zuerst nicht recht, bis dann zwei Kunden den Betrieb übernahmen.

Christian Held, einer der Partner, ist Rechtsanwalt in Berlin und steuert das Gut geschickt aus der Ferne. Er kommt aber, versteht sich, oft nach Odernheim, um sich mit seinem Kellermeister Thomas Zenz zu besprechen. Held, 43 Jahre alt, eher klein und rundlich, trotz seines rauen Berufs ein Gemütsmensch, ist glücklich darüber, dass ihm seine Vorgänger einen reichen Bestand von Burgunder-Reben hinterlassen haben. Und Zenz, als Moselaner eigentlich ein Riesling-Verfechter, hat sich damit nur zu gerne angefreundet. Von dem hinter dem Gut aufragenden Disibodenberg, auf dem schon die heilige Hildegard Trauben erntete, spricht er voller Ehrfurcht.

Zu dem Weißburgunder schmeckt ein knuspriges Hähnchen vorzüglich. Für die Füllung Weißbrot entrinden und würfeln. Dann Schalotten klein schneiden, in heißer Butter glasig dünsten und mit einer Tasse Milch ablöschen. Inzwischen getrocknete Steinpilze aufweichen und hacken. Alles mit einem Ei und einem Eigelb extra zusammenrühren, die Masse mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und gehackter Petersilie würzen und eine halbe Stunde quellen lassen.

Klassischer Weißburgunder
Wein 2003er Odernheimer
Rebsorte Weißburgunder
Anbaugebiet Nahe
Analyse 13,1° Alkohol, 6,3 g Säure, 5,2 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bisSommer 2005
Preis 5,40 Euro
Adresse Weingut Klostermühle, Am Disibodenberg, 55571 Odernheim Tel. 06755/319, Fax-320
E-Mail mail@claretum.de

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