Falkensteins Weinprobe
Weißes Souvenir vom Kap

Der Immengarten im südpfälzischen Maikammer, in dem sich Kalk mit Buntsandstein mischt, ist ein Honigsack oder Bienenberg. Friedrich Höhn baute 1894 am Rande des fabelhaften Weinbergs ein Gut im Gründerzeit-Stil. Heute führt Ururenkel Frank den Immengartenhof.

Weingärten, die Honigsack, Bienenberg oder ähnlich heißen, sind fast immer Ostlagen. Das kommt daher, dass Bienenstöcke, die es dort einmal gegeben hat, zum Sonnenaufgang hin ausgerichtet sind. Solche Flächen galten früher als zweitklassig, sind heute aber geschätzt, weil sie bei den steigenden Temperaturen nicht gar so der Sommerglut ausgesetzt sind. Es können leichtere Weine erzeugt werden.

Der Immengarten im südpfälzischen Maikammer, in dem sich Kalk mit Buntsandstein mischt, gehört dazu. Friedrich Höhn baute 1894 am Rande des fabelhaften Weinbergs ein Gut im Gründerzeit-Stil. Heute führt Ururenkel Frank den Immengartenhof.

Der 29-Jährige, ein kraftvolles Mannsbild, hat sich auf Rotwein spezialisiert. Doch sein pfiffigster Tropfen ist ein Sauvignon blanc. Hatte er, als er diese in Deutschland noch seltene Sorte vor vier Jahren pflanzte, geahnt, dass es eine muntere Nachfrage nach diesem aromatischen Wein geben würde? Frank Höhn schüttelt den Kopf. Die Rebe hatte er auf Reisen nach Südafrika für sich entdeckt. Bei einem Ausflug ans Kap der Guten Hoffnung kam er bei einem Weingut vorbei - in den Bergen hoch über dem Atlantik. Er kostete einen bezaubernden Sauvignon blanc. Prompt beschloss er, in seiner Heimat Versuche mit dieser Sorte zu wagen.

Er wusste aus Südafrika, dass es bei der Lese oft auf den Tag ankommt. Erntet er nur ein wenig zu früh, erhält er einen abstoßend sauren Trunk. Verpasst er den rechten Zeitpunkt, wird der Wein plump.

Bei den Weintagen in Landau, bei denen 84 Winzer der Südpfalz ihren neuen Jahrgang vorführten, gab es manchen angenehmen Sauvignon blanc zu kosten. Der vom Immengartenhof war besonders rund und saftig.

Der sortentypische Duft von Stachelbeeren, Spargel, angedeutet auch von Minze kommt herzhaft daher. Beim Kosten öffnet sich im Mund ein Korb von Früchten: Rhabarber, Cassis, Maracuja und Birne. Die unterschiedlichen Aromen harmonieren, nichts ist vorlaut. Der Wein, noch arg jung, wird sicher in einem halben Jahr noch besser munden. Da aber dürfte er längst ausverkauft sein. Frank Höhn fertigt nicht nur köstliche Weine, er kocht auch gut und gerne. Zu dem kecken Wein stellt er sich Garnelenspieße vor. Die Sauce wird aus zwei Tassen Hühnerbrühe, einer knappen Tasse Olivenöl sowie dem Saft und der abgeriebenen Schale einer Zitrone aufgeschlagen und in der Pfanne erhitzt. Die Garnelen darin garen. Salzen, pfeffern, eine Pfefferschote, eine Zehe Knoblauch, einige Blätter Minze, alles feinst geschnitten, zugeben. Mit Reis servieren.

Immengarten

Jahrgang: 2006

Rebsorte: Sauvignon blanc

Anbaugebiet:Pfalz

Analyse: 12,5° Alkohol, 6,4 g Säure, 0,3 g Restzucker (pro Liter)

Trinken bis: 2008

Preis: 6,10 Euro

Adresse: Wein- und Sektgut Immengarten, Marktstraße 42, 67487 Maikammer, Tel. 063 21/594 00 Fax - 574 37, weingut.hoehn@t-online.de; » www.immengartenhof.de

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