Falkensteins Weinprobe
Züchtung aus dem Schwabenland

Früher war Gerhard Strecker ein geselliger Mann. Wenn der Chef des Amalienhofs in Heilbronn eine Weinmesse besuchte, konnte er sich kaum fünf Meter bewegen.

Dann musste er schon wieder Hände schütteln. Nun ist er 75 Jahre alt geworden und bleibt lieber allein. Sohn und Tochter führen den Betrieb in seinem Sinne fort. Strecker hat noch den Keller unter sich, aber meistens ackert der große, stets braun gebrannte Mann im Weinberg, von weitem schon am vollen Silberhaar zu erkennen. Still vergnügt geht er seiner Beschäftigung nach, die in der Jugend Steckenpferd und später Beruf war: die Rebzucht.

Heute kann er dabei ganz anders vorgehen als früher während der Lehrtätigkeit an der Weinbauschule im nahen Weinsberg. Er kreuzt nicht mehr verschiedene Sorten, um besseres Pflanzgut zu erhalten, sondern lässt die Natur wirken. "Das ist eine mühevolle Kleinarbeit, aber ich habe jetzt die Zeit dafür", lächelt Strecker. Und fügt an: "Die natürliche Auslese bringt einfach die besseren Ergebnisse."

In seinem großen Hausweinberg in Beilstein nahebei brachte er schon vor 28 Jahren 200 000 Traubenkerne der roten Sorte Lemberger aus und beobachtete, was aus ihnen hervorspross. Das Meiste, was wuchs, verwarf er. Am Ende blieben 200 Pflanzen, die er einer näheren Prüfung für würdig erachtete.

Eine Rebe fiel ihm wegen der frühen Reife besonders auf. Doch als er die Trauben holen wollte, hatten sich schon Rehe und Füchse daran gütlich getan. Eine einzige Beere war übrig geblieben, die intensiv nach Muskat schmeckte. Strecker staunte nicht schlecht: Der Stock unterschied sich äußerlich in nichts vom Lemberger-Original. Nur das Aroma war völlig ungewohnt.

Inzwischen hat er sich die Sorte amtlich schützen lassen unter dem Namen "Wildmuskat" und einen Hektar damit bepflanzt. Obwohl die Trauben oft schon Ende August ausgereift sind, bringen sie füllige Tropfen mit viel Extrakt. Der 2003er, den er als einfachen Qualitätswein anbietet, ist eigentlich eine Spätlese und schmeckt samtig, lang anhaltend nach Schwarzkirschen. Bei jedem Schluck verblüfft das intensive, aber niemals aufdringliche Muskataroma.

Verblüffende Aromen

Wein

2003er Beilsteiner Steinberg
Rebsorte Wildmuskat
Anbaugebiet Württemberg
Analyse 12,6° Alkohol, 5,1 g Säure, 5,9 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2006
Preis 6,96 Euro für die 0,5-Liter-Flasche
Adresse Amalienhof Lucas-Cranach-Weg 5, 74074 Heilbronn, Tel. 07131/251735, Fax-572010
E-Mail amalienhof@t-online.de

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