Falkensteins Weinprobe
Zum Beispiel „zb“

Für Albert Gesellmann aus Deutschkreuz im Burgenland geht ein aufreibendes Weinjahr zu Ende. Die Rebblüte hatte sich lange hingezogen.

So entwickelten sich die Trauben unterschiedlich, was mehrfaches Ausschneiden unreif gebliebener Früchte erforderte. Erst in dieser Woche wurde die Lese abgeschlossen. "Es ist eine kleine, aber feine Ernte", sagt der Winzer freudig. Der große, kräftig gebaute Mann, 34 Jahre alt, kann in solchen Momenten geradezu spitzbübisch lächeln.

Es wird wieder süffigen "zb" geben, Gesellmanns Mischung aus den roten Sorten Zweigelt und Blaufränkisch, abgerundet mit etwas Blauburgunder. Auf die Idee kam er vor zwei Jahren, als er eine gewisse Überalterung seiner Kundschaft feststellte. "Ich wollte einen fruchtigen Trinkspaß für junge Menschen machen", berichtet er. Außerdem: "So bringe ich ihnen unsere heimischen Sorten näher."

Lernen und Umdenken sind dieser Erkenntnis vorausgegangen. Früher wurde Senior Engelbert Gesellmann als Pionier gelobt, weil er sich auf international gängige Reben wie Cabernet-Sauvignon und Merlot verlegt hatte. Damit wollte er ins Exportgeschäft kommen. Seinen Albert schickte er 1991 nach Kalifornien und Südafrika, wo dieser nach einiger Zeit einen merkwürdigen Zwiespalt der Gefühle verspürte: "In der Fremde gewinnt man Abstand vom Zuhause und gleichzeitig erkennt man den eigentlichen Wert der Heimat."

Zurückgekehrt diskutierte er manche Nacht hindurch mit dem Vater. Um aus Cabernet & Co. anständige Weine zu gewinnen, so argumentierte er, müssen die Erträge strikt zurückgefahren werden. Mit Verzicht auf Menge aber gerät auch der gute alte Blaufränkisch, die Stammsorte des Burgenlands, hervorragend. "Und damit", so sein Schluss, "haben wir etwas, was uns anderswo niemand nachmachen kann." Die Kollegen in Deutschkreuz begannen damals, ähnlich zu denken. Heute wird das Mittelburgenland als "Blaufränkischland" gefeiert.

Vom ersten "zb"-Jahrgang gibt es noch etwas. Der betont kirschfruchtige Wein schmeckt auch nach zwei Jahren jugendfrisch. Vom großen Fass kommt die feine Holznote. Am Gaumen bleiben angenehm erdige Aromen zurück.

Ehefrau Silvia Gesellmann, Tochter eines Fleischers, ist eine gute Köchin, die sonst schon mal verwegene Rezepte ausprobiert. "Zu diesem unkomplizierten Wein gehört ein unkompliziertes Gericht", bestimmt sie. Ihr Vorschlag: Aus frischen Tomaten und roter Paprikaschote eine cremige Sauce pürieren, hübsch scharf würzen, dazu Schweinekoteletts natur braten und dann alles mit Bandnudeln servieren.

Feine Mischung

Wein 2002er "zb"

Rebsorte Zweigelt, Blaufränkisch, Blauburgunder

Anbaugebiet Mittelburgenland/ Österreich

Analyse 13° Alkohol, 5,1 g Säure, 1,5 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis 2006

Preis 8,80 Euro

Adresse Steines KG, Taufkirchner Straße 2, 85435 Erding Tel. 08122/18200, Fax - 40168

E-Mail info@steines-weine.com

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