Vicente Taberner Carsi
Rotwein im Sherry-Land

Der Süden Andalusiens ist für Sherry und Malaga bekannt. Bemerkenswerte Rotweine gibt es nicht. Und ausgerechnet dort entdeckte Vicente Taberner Carsi, nachdem er jahrelang in ganz Spanien, sogar in Südamerika gesucht hatte, den rechten Platz, um große rote Gewächse zu erzeugen.
  • 0

Der Inhaber der Bodega Huerta de Albalá nahe der Stadt Arcos de la Frontera studierte als junger Mann in seiner Heimatstadt Valencia und in Lyon Krankenpflege, Akupunktur und Psychiatrie. Acht Jahre lang arbeitete er in einer geschlossenen Anstalt. Dann kam der Wein.

Der zierliche Mann mit dunklen, wehmütigen Augen hinter der randlosen Brille stammt aus einer wohlhabenden Familie. Den Umgang mit guten Tropfen hat der 53-Jährige zu Hause gelernt. „Mein Vater war ein großer Weinfreund. Schon früh lernte ich, große Gewächse zu probieren“, erzählt er. Er ging nach Deutschland und gründete in Bad Homburg einen bald florierenden Importhandel für spanische Weine. Als Taberner Carsi davon hörte, dass die kleine Sherry-Bodega Rey Fernando de Castilla zum Verkauf stand, schlug er zu. Die Idee, ein eigenes Weingut zu gründen, kam zwangsläufig.

Die Wahl fiel auf Huerta de Albalá nahe der Stadt Arcos de la Frontera. Die Landschaft begeisterte ihn. Fachleute bestätigten, dass die Voraussetzungen für die Erzeugung großer Rotweine dort besonders gut sind. Heiße Tage wechseln mit kühlen Nächten. Der nahe Stausee Bornos und die steilen Wände der Sierra de Grazamela schaffen ein besonderes Kleinklima. Die Böden – Tonerde, Kalk und Kiesel gemischt – sind locker. Die Reben können dort tief wurzeln. Und es regnet für südliche Verhältnisse viel.

Im Jahr 2000 erwarb Taberner Carsi 91 Hektar, wovon er den größten Teil mit Reben bepflanzte. Neben Syrah, Merlot und Cabernet-Sauvignon setzte er auch die andalusische Ur-Sorte Tintilla de Rota. 2005 brachte er die erste Ernte ein. Die Weine kamen bestens an.

Es gibt in geringen Mengen teure Hochkaräter. Zur Verschönerung des Alltags aber ist der (gar nicht so) einfache Barbazúl prächtig geeignet. Der üppige Schluck quillt über von Fruchtaromen. Johannisbeere und Süßkirsche explodieren im Mund. Der Wein sollte statt der üblichen Preiselbeeren zum Wildgulasch gereicht werden.

Peter Abegg, ehemaliger Weinhändler im Unruhestand und früher Wettbewerber von Taberner Carsi, stellte eine ungewöhnliche Verbindung her. Von jeder Flasche Barbazúl geht ein Euro an die „Action Myanmar“. In diesem Verein kümmern sich Ärzte im Irrawaddi-Delta im Süden Birmas um die medizinische Versorgung armer Menschen (Näheres darüber unter info@eva.heller.de).

Barbazúl, Jahrgang 2008

  • Rebsorten

    Tintilla de Rota, Syrah, Merlot
  • Anbaugebiet

    Spanien - Andalusien
  • Analyse

    14,9ll Alkohol, 5,5 g Säure, 1,5 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken

    bis 2013
  • Preis

    ab Lager 8,50 Euro

Der Weinladen
Birkenstraße 127
40233 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 667507
Fax: 0211 / 682970
info@weinladen-online.de
www.weinladen-online.de

Mehr aus der Welt der Weine handelsblatt.com/wein

Kommentare zu " Vicente Taberner Carsi: Rotwein im Sherry-Land"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%