Weingut Studert-Prüm
Beste Steillagen an der Mosel

Die Brüder Gerd und Stephan Studert bewirtschaften gemeinsam den alten Maximinhof, der einst klösterlicher Besitz war und zu dem die besten und steilsten Lagen in Wehlen, Graach und Bernkastel gehören. Trotz der Größe ihres Betriebs ist Arbeitsteilung bei den beiden Winzern nicht angesagt. Hier muss sich jeder mit allem beschäftigen.
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Gerd Studert ist ein fröhlicher Mensch. Mit seinen 54 Jahren spielt er noch aktiv Volleyball. Doch beim Gespräch über das Weingut Studert-Prüm in Wehlen an der Mosel wirkt er nachdenklich. Vor jedem Satz stockt er für einen Moment, bevor er zu sprechen beginnt.

„Sie werden hier an der Mosel zur Zeit viele nachdenkliche Menschen treffen“, erklärt er. „Wir haben in diesem Herbst nur zwei Drittel einer normalen Ernte eingefahren. Das ist zwar alles sehr gut geraten. Aber wir werden wirtschaftlich Schwierigkeiten bekommen. Und das hängt uns allen hier in den Knochen.“

Gemeinsam mit dem um vier Jahre älteren Bruder Stephan bewirtschaftet er den alten Maximinhof, der einst klösterlicher Besitz war und zu dem beste, steilste Lagen in Wehlen, Graach und Bernkastel gehören. Arbeitsteilung? „Hier muss sich jeder mit allem beschäftigen“, sagt Gerd Studert. Da er der Gesprächigere von Beiden ist, kümmert er sich mehr um den Verkauf. Der stillere Bruder, ein leidenschaftlicher Angler, ist dafür häufiger im Keller zu finden.

Da schaut Stephan Studert senior herein. Der 87-Jährige ist noch gut zu Fuß und schaut nach allem. Die Söhne hatten früher unter seiner Strenge leiden müssen. Und auch heute noch redet er ihnen drein. „Einmal Patriarch, immer Patriarch“, spöttelt der Jüngere. Doch es gibt an der Mosel nur noch wenige, die so viele Erfahrungen im Fertigen wie Vermarkten von Wein vorzeigen können wie der alte Herr. Fast 70 Ernten hat er miterlebt. In jungen Jahren war er Weinhändler. Nach dem Krieg verdiente er ein kleines Vermögen mit Riesling von der Mosel.

Doch dann wuchsen die Riesen Moselland-Genossenschaft und die Kellerei Peter Mertes in unmittelbarer Nachbarschaft heran. Mit ihren Niedrigpreisen konnte er nicht mitzuhalten. Also entließ er seine zehn festen Angestellten, damals kein Problem. Er zog sich ganz auf die fünf eigenen Hektar Riesling-Lagen zurück, was er mit seinen beiden Söhnen allein bewältigen konnte (abgesehen von den Aushilfen zum Binden der Reben und während der Lese). Einst war er wohlhabend. Heute „reicht es zum Leben“, seufzt er.

2009 war ein großartiger Jahrgang in der Gegend. Die Trauben konnten wochenlang bei schönstem Wetter reifen. Der Most vergor ruhig und blieb genau bei jenem Punkt stehen, der noch die Bezeichnung trocken zulässt. Die Spätlese von der Spitzenlage Sonnenuhr in Wehlen ist ein allerliebstes Tröpfchen. Zarte Fruchtnoten von Aprikose und gelbem Pfirsich werden von eben nur dahin gehauchten Aromen etwa von Minze und Majoran begleitet. An dem Riesling lässt sich trefflich der sogenannte moselländische Schiefer-Ton studieren. Er löst ein kreidiges Gefühl am Gaumen aus.

Wehlener Sonnenuhr

  • Jahrgang

    2009
  • Rebsorte

    Riesling
  • Anbaugebiet

    Mosel
  • Analyse

    12,2ll Alkohol, 7,6 g Säure, 9,5 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken

    bis 2013
  • Preis ab Hof

    7,90 Euro

Weingut Studert-Prüm
Hauptstraße 150
54470 Wehlen
Tel.: 06531 / 2487
Fax: 06531 / 3920
info@studert-pruem.com
www.studert-prüm.com

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