Weingut
Wein mit Musik

Das Weingut Hans und Uli Setzer hat zwei Besonderheiten. Da ist zum einen die sehr pflegebedürftige Rebsorte des Roten Veltiner, Vorfahr der bekannteren grünen Variante; zum anderen gehört eines der besten Orchester in Europa zur Kundschaft der Setzers. Die einzigartigen Weine aus dem 500-Seelen-Dorf Hohenwarth.

HB. Die Homepage des Weingutes Setzer in Hohenwarth wird mit dem Bild einer blonden Dame eröffnet, die den virtuellen Besucher auf das Freundlichste begrüßt. Das ist Uli Setzer, die Seele des Betriebs.

Die 40-Jährige stammt aus Wien. Schon in jungen Jahren war klar, dass ihr künftiger Beruf etwas mit dem Leben in der Natur zu tun haben sollte. Nach langem Überlegen entschied sie sich für eine Ausbildung an der Weinbau-Fachschule Klosterneuburg.

Dort lernte Ulrike Jaitsko, wie sie damals noch hieß, den Winzersohn Johann Setzer kennen. Die beiden fanden Gefallen aneinander. Nach der Matura, dem Abitur, heirateten sie, und so kam das Mädchen aus der Millionenstadt in das 500-Seelen-Dorf Hohenwarth am westlichsten Rand des Weinviertels.

Oft wird sie von Kunden gefragt, ob sie sich denn in dieser entlegenen Ecke nicht hin und wieder einsam fühle. Dann lacht sie: "Das Gedränge in der Stadt muss ich nicht mehr haben." Uli Setzer geht ganz auf in der Verwaltung des jahrhundertealten Familienbetriebs. Gemahl Hans ist für die Pflege der Weine zuständig. Der große, schlaksige Mann, vier Jahre jünger als sie, wirkt auf den ersten Blick streng und verschlossen. "Doch Sie sollten ihn mal bei unseren Weinproben erleben. Da kann er sehr fröhlich sein", berichtet die Gattin. Das Weingut Hans und Uli Setzer hat zwei Besonderheiten. Da ist einmal der Rote Veltliner, eine uralte Sorte, Vorfahr der bekannteren grünen Variante. Die Rebe ist sehr pflegebedürftig und neigt zur Fäulnis. Doch auf den sandigen Löß-Böden in Hohenwarth bringt sie einzigartige Weine, die anderswo nicht zu finden sind.

Zweitens: Zur Kundschaft gehört eines der besten Orchester in Europa. Mitglieder der Wiener Symphoniker kaufen seit erdenklichen Zeiten bei den Setzers ein.

Vor allem Ehrendirigent George Pretré liebt den Roten Veltliner. Sein Vorschlag war es, einen eigenen Wein zu schaffen, der mit dem Emblem der Symphoniker, einer Lyra, geschmückt wird. Bedingung: Der Geschmack soll leicht und völlig trocken sein.

Auf den 2006er trifft das zu. Der Rote Veltliner duftet nach frisch gemähtem Gras, nach Bauernbrot und weißem Pfeffer. Zum Geschmack kleiner Bauernbirnen kommt eine herzhafte Säure.

Dazu passt Blumenkohl (Pardon: Karfiol), der momentan reichlich auf den Wochenmärkten angeboten wird. Für die Sauce Butter und Mehl erhitzen, Milch, Joghurt und Sahne zu gleichen Teilen zugießen, mit etwas Zucker, Salz, Pfeffer und ein paar Tropfen Zitronensaft würzen. Alles mit geräucherten Forellen-Filets, die leicht in Butter erwärmt werden, auftischen. Wer Musik beim Essen mag, dem sei eine 55 Jahre alte, sorgfältig restaurierte Aufnahme der Symphoniker empfohlen: Friedrich Gulda spielt das erste und vierte Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven (Orfeo C 745 071 B).

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