Weinprobe
Aufstieg mit Bodenhaftung

Erik Manz ist oben angekommen. Der 28-Jährige darf sich nun mit den führenden Winzerkollegen in Rheinhessen auf Augenhöhe unterhalten. Der rasche Aufstieg hat ihm jedoch nicht den Kopf verdreht. Im Gegenteil: Sein früherer, mitunter verbissener Ehrgeiz ist einer jungenhaften Lässigkeit gewichen.

Er muss nicht mehr ständig etwas beweisen. Die Aufnahme in den Kreis der 100 besten deutschen Weinmacher (Stern-Liste) war eine großartige Bestätigung seiner Leistungen. Die Geburt einer kleinen Pauline hat ihm auch gut getan.

Und nach wie vor steht hinter ihm der Vater Erich Manz, ein bäuerlich geprägter Mann, der bei aller Euphorie nie die Bodenhaftung verliert. Der Senior, 51 Jahre alt, groß und hager wie der Sohn, hat mit Bienenfleiß, einem gerüttelt Maß an Pfiffigkeit und gesundem Erwerbssinn aus dem alten Hofgut in Weinolsheim nahe Mainz eine hochmoderne Winzerei gemacht, wo es früher nur Hühner, Schweine, Braugerste und auch ein paar Reben gab.

Am Anfang stand eine gute Investition: eine Abfüllanlage. Für seine ersten paar Flaschen war die Maschine viel zu groß, doch bald kamen Nachbarn, die nachfragten, ob er nicht auch ihre Weine abfüllen könnte.

Das ratternde Ungetüm machte sich rasch bezahlt und ersetzte überdies einen Lehrgang in Kellertechnik. Manz: "Die Kollegen haben mich nie als Konkurrenten angesehen. Ich war für sie nicht Winzer, sondern ein Abfüller, mit dem sie offen über ihre Schwierigkeiten im Keller reden konnten." Er lernte sozusagen aus den Fehlern anderer, blieb dabei hübsch bescheiden und steckte die Gewinne aus der Anlage in das Weingut.

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