Weinprobe
Schlichter Hochgenuss

Der diesjährige Trollinger-Wettbewerb in Württemberg endete äußerst ungewöhnlich. Die ersten sechs Plätze wurden ausschließlich von Genossenschaften belegt. Die Vertreter der Weingüter schluckten, hatten aber keinen Grund zum Einspruch. Die große Probe in Heilbronn war korrekt verlaufen, die Jury fachkundig besetzt.

Was Fragen aufwarf, war die Tatsache, dass vor allem überreife, hoch alkoholische Weine aus dem hitzigen Jahrgang 2003 das Rennen machten. Mit klassischem Trollinger, der doch frisch-fruchtig, unkompliziert und leicht - mit einem Wort: süffig - sein soll, hatte die bombastische Auswahl nichts gemein.

Also wurde der Verband der Württembergischen Weingüter um eine Nachprobe gebeten. Diesmal standen nur 2004er auf dem Tisch. Da fand sich so mancher Schluck, der Herz und Gaumen erfreute. Es war gar nicht so einfach, sich auf einen Favoriten festzulegen. Am Ende gefiel ein knackiger Literschoppen von Hans-Peter Wöhrwag aus Untertürkheim am besten.

Der 43-Jährige, ein kräftig gebauter Blondschopf, gilt vor allem als Riesling-Spezialist. Das rührt noch von seiner Anfangszeit her. Da hatte er sein Diplom an der Weinhochschule im rheinischen Geisenheim gemacht und bei der Gelegenheit eine Mitstudentin geheiratet.

Ehefrau Christin stammt aus einem namhaften Rheingauer Rieslinggut. Da war klar, dass die Jungvermählten sich zuerst einmal der königlichen Rebe hingaben, die zu der Zeit in Württemberg noch nicht so gepflegt wurde, wie das heute der Fall ist.

So recht glücklich ist der Untertürkheimer mit diesem etwas einseitigen Ruf aber nicht mehr.

Seite 1:

Schlichter Hochgenuss

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%