Weinprobe
Traum aus den Anden

Im Alto Valle de Uco, 100 Kilometer südwestlich der argentinischen Bezirkshauptstadt Mendoza, reichen die Reben bis auf 1700 Meter hinauf, genährt vom Gesteinsmehl aus den Anden, getränkt mit Schmelzwasser. Das System geht auf die Inka zurück.

Dies sind die höchstgelegenen Weinberge der Welt. Im Alto Valle de Uco, 100 Kilometer südwestlich der argentinischen Bezirkshauptstadt Mendoza, reichen die Reben bis auf 1700 Meter hinauf, genährt vom Gesteinsmehl aus den Anden, getränkt mit Schmelzwasser. Das System geht auf die Inka zurück.

Früher gab es dort eine Missionsstation der Jesuiten. An dieser Stelle entstand vor drei Jahren ein ungewöhnliches Weingut. Der schlichte Ziegelbau ist wie ein Kreuz angelegt. In drei Flügeln befinden sich voneinander unabhängig Kellereien, je eine für die drei großen Lagen El Portillo, La Pampa und San Pablo. Die Anden-Gipfel liegen bei dem meist klaren Wetter dort zum Greifen nahe.

Der Bau ist neu, die Reben ringsumher wurden zum Teil schon vor 30 Jahren angelegt. Vor zwei Jahren stieß Miguel Navarro hinzu. Der 42-Jährige, ein kräftiger, schlanker Mensch mit dichtem Wuschelhaar und keckem Schnauzbart, gehört zu den erfahrensten Weinmachern Argentiniens. Er hat schon vielen großen Häusern gedient.

Den Chefposten in dem Kreuzgut nahm er gern an. Er kann dort etwas Neues aufbauen, darf weitestgehend allein walten - und er braucht an den Lohnkosten nicht zu sparen. Gründliche Pflege der Reben, Ertragsminderung und Lese von Hand sind daher selbstverständlich.

Die aus Holland stammende Besitzerfamilie lässt sich nur selten blicken, vertraut dem Kellermeister völlig. Patriarch Meindert Pon ist ein freundlicher alter Herr, dessen Jovialität aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass er zu viel Widerspruch nicht mag.

Die Pons waren und sind in unterschiedlichsten Geschäften tätig. Unter anderem waren sie VW-Generalhändler für Argentinien. Der Senior hat sich jetzt etwas zurückgezogen. Mit dem Bau des Weingutes hoch in den Anden durfte er sich einen alten Traum erfüllen.

Die Argentinier pflegen mit der Rebsorte Malbec eine ureigene Spezialität. Die Traube stammt aus dem französischen Südwesten, wo sie Cot heißt, dort aber zunehmend vom Merlot verdrängt wird.

Unverfälschter Cot von den Ufern der Garonne ist ein rauer, langsam reifender Tropfen. In Argentinien wird dieser Rotwein jedoch weich und samtig. Navarros Erstling duftet leicht nach Marzipan. Die Frucht spielt zwischen Pflaume und Schlehe.

Dazu schmecken Fleischklopse einmal völlig anders: Zuerst Mett, Tartar, gemahlene Schweineleber, Ei, aufgeweichtes Toastbrot und Mandelsplitter vermengen und Bällchen daraus formen.

Dann aus gequetschten Pellkartoffeln, etwas Mehl und geriebenem Gouda einen festen Teig ausrollen. Vierecke schneiden und die Fleischmasse mit nassen Händen darin einrollen. Die Oberfläche sollte am Ende völlig glatt sein. Die Kugeln werden in reichlich schwimmendem Fett ausgebraten.

Dazu frischen Mangold grob hacken, in etwas Hühnerbrühe pochieren und mit magerem Frischkäse aufrühren.

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