Flugausfälle
Streiks legen griechischen Flugverkehr lahm

Wieder Ausfälle im griechischen Luftverkehr: Wegen eines Streiks der Staatsbediensteten, an dem sich auch die Fluglotsen beteiligten, wurden Dutzende Flüge gestrichen. Trotz der Proteste will Ministerpräsident Papandreou seine Reformen durchsetzen
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HB ATHEN. Wegen eines 24-stündigen Ausstands der Staatsbediensteten sind am Donnerstag in Griechenland Dutzende Flüge ausgefallen. Viele Starts und Landungen wurden verschoben, weil der griechische Luftraum von 14.00 Uhr MESZ an für vier Stunden geschlossen blieb. Auch Schulen und staatliche Stellen machten dicht.

Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Rund 2 000 Menschen demonstrierten um die Mittagszeit vor dem Parlament in Athen. Ihre Zahl lag jedoch nach Angaben des griechischen Fernsehens bei weitem niedriger, als die Veranstalter erwartet hatten.

Die Beamten protestieren gegen das harte Sparprogramm, mit dem die sozialistische Regierung den Staatsbankrott verhindern will. Die Beamten-Gewerkschaft ADEDY rechnete aus, dass die Staatsbediensteten mit den Lohnkürzungen in den vergangenen zehn Monaten rund 25 Prozent ihres Einkommens verloren hätten.

Trotz der Streiks erklärte Ministerpräsident Giorgos Papandreou, er werde um jeden Preis Reformen durchsetzen. Damit soll der Ruf Griechenlands als EU-Schuldensünder abgeschüttelt werden. „Wir schlagen neue Wege ein. Wir werden beweisen, dass es ein glaubwürdiges Griechenland gibt. Griechenland wird es schaffen“, sagte Papandreou im Parlament. Egal welche politischen Konsequenzen es bedeute, seine Partei werde das Land reformieren.

Um den Staatsbankrott abzuwenden, bekam Griechenland im Mai eine beispiellose Finanzhilfe der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 110 Mrd. Euro für die nächsten drei Jahre. Zugleich mussten sich jedoch die Griechen zu einem strikten Sparprogramm verpflichten.

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