Flughafen Berlin-Brandenburg International
In der Realität gelandet

Nach jahrelangen Querelen beginnen am Dienstag die Bauarbeiten zum Berliner Flughafen. Aus dem einstigen Luftschloss ist längst ein Funktionsbau geworden. Gestritten wird aber immer noch: über die Finanzierung und die Zukunft von Tempelhof und Tegel.

BERLIN. Der Weg zur Vernunft war ein langer: Zahlreiche Bürgerinitiativen, Rechtsstreite und viel Gezänk um die Finanzierung hat es gebraucht, um aus gigantischen Visionen von einem internationalen Luftverkehrsdrehkreuz für Osteuropa einen schlichten, aber modernen Hauptstadtflughafen zu machen. Heute ist Spatenstich für den Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI), und von der Anfangseuphorie, die sich infolge der deutschen Wiedervereinigung breit machte, ist kaum etwas geblieben.

Das Projekt, das jetzt auf dem Gelände des ehemaligen DDR-Regierungsflughafens Schönefeld realisiert wird, ist in seinen Prognosen und Dimensionen deutlich abgespeckt. So kann Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kurz vor der Senatswahl am übernächsten Sonntag heute publikumswirksam maßvolle zukunftsträchtige Perspektiven zeichnen, wenn er den offiziellen Startschuss für das Projekt gibt. Die Verwirklichung von BBI, in der Vergangenheit fast schon eine unendliche Geschichte, nimmt ihren Lauf.

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Geschichte und Zukunft des BBI in Bildern

Zwar schimpft der Bürgerverein Brandenburg-Berlin e.V. noch immer über das „Irrsinnsprojekt Großflughafen Schönefeld“. Und die britische Billigfluggesellschaft Easyjet, die in Schönefeld drittgrößter Kunde der heutigen Berliner Flughäfen ist, schoss letzte Woche massiv gegen das „leere Milliardengrab“. Sie zeichnete das Bild von einem Airport, der an den Bedürfnissen der Billigflieger vorbei gebaut werde und deshalb zu einer „Kostenexplosion“ bei den Landegebühren führen könnte.

Doch die Zahl der BBI-Gegner ist kleiner geworden. Im Frühjahr hatte das Bundesverwaltungsgericht in einem Musterverfahren die in die Tausenden gehenden Einsprüche mit einigen Auflagen verworfen. Zwar wollen die Flughafengegner den Hauptstadt-Airport noch mit einer Verfassungsbeschwerde stoppen, doch ernstlich rechnet kaum noch jemand mit ihrem Erfolg.

„Da sind weder Marmor noch goldene Türklinken drin“, beurteilt beispielsweise ein Sprecher von Air Berlin, der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, das bescheidener gewordene Bauvorhaben. Die Fluggesellschaft wird die erste sein, die BBI zu ihrer Heimatbasis machen wird. Die Kritik des Konkurrenten Easyjet löst nur Kopfschütteln aus. Eine Kostenexplosion wegen Luxus am Bau befürchtet Air Berlin nicht.

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