Flughafenevents
Fluggäste warten künftig gern

Der Flughafen ist für Düsseldorfs Wirtschaft von immenser Bedeutung. Doch seit die Fluggastzahlen sinken, muss der Flughafen alternative Erlösquellen erschließen. Mit verschiedenen Veranstaltungen will der Flughafen ab kommenden Winter zum Erlebnisort werden.
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DÜSSELDORF. Gotthilf Fischer ist nicht dafür bekannt, seine Chöre im kleinen Kämmerlein singen zu lassen. Der 81-jährige Chorleiter ist eher große Hallen und Stadien gewohnt. Bald kann er auch einen Flughafen zu seinen Auftrittsorten hinzuzählen: Am 10. und 11. Oktober findet im 400 Meter langen Terminal in Düsseldorf das „Ton-Art“-Festival mit rund 50 Chören und Ensembles statt – von Gospel über Pop bis Barbershop.

Fischer ist auch dabei, und er hat mit dem Airport etwas gemeinsam: den Drang, viele Menschen anzulocken. Düsseldorf International ist mit 18,1 Millionen Passagieren die Nummer drei in Deutschland. Im vergangenen Jahr stiegt die Anzahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 1,8 Prozent. 77 Airlines steuern von Düsseldorf aus rund 180 Ziele auf dem Globus an.

Den Passagier-Rekord von 2008 in diesem Jahr zu wiederholen, ist angesichts der Wirtschaftskrise allerdings kaum möglich. Die Luftfahrtbranche befürchtet einen Rückgang der Fluggastzahlen um rund acht Prozent.

So hat auch der Düsseldorfer Airport im ersten Halbjahr Einbußen von sechs Prozent hinnehmen müssen – doch scheint jetzt der Abwärtstrend gestoppt. „Seit Juli bewegen wir uns bei den Verkehrszahlen als einer der wenigen europäischen Flughäfen wieder auf Vorjahresniveau. Nach wie vor wächst der Langstreckenverkehr – insbesondere in die USA“, sagt Christoph Blume, Sprecher der Geschäftsführung. Im nächsten Jahr werde der Flughafen die „Talsohle durchschritten“ haben und unter dem Strich wieder ein Passagierwachstum erreichen.

Helfen soll dabei die Strategie, als Drehkreuz an Bedeutung zu gewinnen. So stieg der Anteil an Umsteigepassagieren in Düsseldorf im Jahr 2008 von fünf auf acht Prozent, im Nordamerikaverkehr sogar auf mehr als 20 Prozent. Vor allem Lufthansa und Air Berlin sorgen für Wachstum bei den Interkontinentalflügen. Weitere Beispiele für die Langstreckenstrategie sind Verbindungen zu wichtigen internationalen Drehkreuzen, etwa der Atlanta-Dienst von Delta Air Lines und die zwei täglichen Emirates-Flüge nach Dubai.

Blickt man auf die 23 deutschen Flughäfen, die als internationale Airports gelten, sieht die Ertragslage alles andere als rosig aus. Lediglich fünf erzielen einen Gewinn – darunter auch Düsseldorf. 2008 stiegen hier die Erlöse gegenüber dem Vorjahr von 402 Mio. Euro um vier Prozent auf 418 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns liegt bei 38,8 Mio. Euro. Mit 17 600 Arbeitsplätzen gibt der Flughafen zudem der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und der Region große Beschäftigungsimpulse.

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