Flugindustrie und Sicherheit
Wahre Selbstbestimmung

Die Befürchtungen um neuerliche Terroranschläge auf Flughäfen haben immer strengere Kontrollen zur Folge. Privatjet-Unternehmen sind der Gewinner der verschärften Flug-Sicherheitslage. Der Vielflieger spart Zeit und bestimmt die Slots.

Vor der Gepäckkontrolle sind alle gleich. Das müssen Vielreisende nach der Londoner Beinahekatastrophe nun schmerzlich feststellen. Gerade noch am Business-Schalter oder am Automaten eingecheckt, muss sich etwa am Berliner Flughafen Tegel nun jeder brav in die Schlange einreihen. Den Inhalt der Hosentaschen in ein rotes Plastikkästchen leeren, abwarten, bis der Vordermann endlich seinen Gürtel wieder in die Schlaufen gesteckt hat. Irgendwas piepst immer und fordert zum Verweilen auf.

Verschärfte Kontrollen muss der moderne Mensch mit der nötigen Contenance ertragen. In Londons Flughafen Heathrow mussten Reisende wegen der massiven Terrordrohung ihre Habseligkeiten gar in Plastiksäckchen packen, der Laptop – so er nicht ins Gepäck passte – musste aufgegeben werden wie ein schnöder Koffer; glücklich, wer ihn später wieder auf dem Gepäckband fand. Solche Unbilden des Massenbetriebs wecken auch beim „Business-Traveller“ den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung.

Viele Firmen sind es längst leid, hohe Zeitverluste durchs Reisen einkalkulieren zu müssen. In Zeiten härter werdender Sicherheitskontrollen steigen sie vom Linienflieger auf den Business-Jet um. Die Vorteile des Firmenjets bringen Vielreisende ins Schwärmen. Mehr Zeit haben. Morgens zu Hause einen Kaffee mehr trinken, weil es auf größeren Flughäfen eigene Terminals für Executive-Traveller gibt. Doch in Terrorzeiten gibt es auch für Business-Jetter Stolpersteine, die zu verkraften sind. Nur noch auf sehr kleinen Regionalflugplätzen wie Schwäbisch-Hall oder Donaueschingen geht es noch direkt vom Wagen in den Mini-Jet, sagt Andreas Mundsinger, Geschäftsführer beim Stuttgarter Flugdienst für Geschäftsreisende. Denn auch hier ist der Zerberus EU am Werk, der die Sicherheitsbestimmungen noch schärfer macht.

Dafür wird’s demokratischer. Business-Jets nutzen längst nicht nur die Chefs im Unternehmen. Die kleinen Flieger werden für all jene globalen Manager gebucht, die schnell von A nach B und C sollen. Und in Zeiten des Plastiksprengstoffs ist es angenehm zu wissen, wer neben einem sitzt. Der Passagier bestimmt den Flugplan und profitiert bei den Charter- und Executive-Jets davon, dass viel mehr Landeplätze zur Verfügung stehen. Das macht das geschäftliche Städtehopping leichter. An einem Tag lässt sich unterbringen, wofür man früher Tage durch die Gegend gondelte. Abgesehen davon, dass es für Sekretärinnen einfacher ist, die Flüge zu buchen. Und wer will die schon gern vergrätzen?

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