Flugzeugabsturz
Wieder ein Airbus: Absturz vor Komoren

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ist ein Airbus verunglückt: Das Flugzeug vom Typ A 310-300 der Yemenia Air mit 153 Menschen an Bord stürzte am frühen Dienstagmorgen kurz vor der Landung auf den Komoren in den Indischen Ozean. Mindestens ein Kind konnte lebend geborgen werden. In Frankreich waren die Airline und speziell auch der Unglücksjet in der Vergangenheit bereits mit Sicherheitsmängeln aufgefallen.

HB MORONI. Der Direktor des Flughafens von Moroni, Hadschi Mohammed Ali, bestätigte dem französischen Sender France Info, dass bei einem Flug über die Inselgruppe Leichen und Wrackteile entdeckt worden seien, ein Toter wurde bereits geborgen. Ein fünfjähriges Kind konnte lebend vor der Küste der Komoren gerettet werden, bestätigte ein Sprecher des komorischen Verkehrsministeriums. Das Kind sei noch auf einem der Boote, die vor der Hauptstadt Moroni im Indischen Ozean nach dem Wrack suchten. Zur Unglücksursache gab es bislang keine Angaben. Mehrere Schiffe sind auf dem Weg in die Region. Allerdings sei das Wetter nicht günstig. "Die See ist sehr rau", teilte die Luftfahrtbehörde mit.

Ein Sprecher der Luftfahrtbehörde des Inselstaats bestätigte, der Airbus sei bei schlechtem Wetter im Anflug auf den Flughafen der Hauptstadt Moroni gewesen, bevor er verschwand. Unbestätigt blieben Informationen, wonach das Flugzeug wegen schlechten Wetters vor dem Absturz ein Durchstart-Manöver eingeleitet hatte. In dem Gebiet war es in der Nacht zum Dienstag sehr windig und regnerisch. Ein Fischer hatte nach Angaben der komorischen Botschaft in Südafrika den Airbus abstürzen sehen.

Angaben des Vizepräsidenten Idi Nadhoim zufolge ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden. Die Maschine sei offenbar während des Landeanflugs zwischen fünf und zehn Kilometer vor der Hauptinsel abgestürzt, sagte Ibrahim Kassim, ein Vertreter der regionalen Luftfahrt-Aufsicht Asecna. Das Flugzeug habe sich bei den Fluglotsen noch zur Landung angemeldet, sagte ein Uno-Mitarbeiter auf dem Flughafen der komorischen Hauptstadt Moroni. Danach sei der Kontakt abgebrochen.

Die Unglücksairline Yemenia ist den französischen Behörden bereits mit Sicherheitsmängeln aufgefallen, sagte auf i-tele Frankreichs Transportminister Dominique Bussereau. "Die fragliche A310 wurde 2007 von der DGAC (Direction générale de l'aviation civile) in Frankreich kontrolliert und es wurden zahlreiche Mängen festgestellt", sagte Bussereau. Seitdem sei die Maschine nicht wieder im französischen Luftraum gesehen worden.

Nach Angaben des Ministers sei die Airline Yemenia "nicht auf der schwarzen Liste, aber sie war Gegenstand verschärfter Kontrollen und sollte in nächster Zeit vom EU-Sicherheits-Kommittée aussagen". Der letzte auf der Website aviation-safety.net registrierete Zwischenfall bei der Yemenia ereignete sich am 1. August 2001. Damals schoss demnach eine Boeing 727 in Eritrea über die Landebahn hinaus.

Ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde des Jemen gab die Zahl der Insassen von Flug IY 626 mit 142 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern an. Unter den Passagieren, die zum Großteil von den Komoren stammten und in Frankreich lebten, waren den Angaben zufolge drei Kleinkinder. Ein Teil der Passagiere war auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle losgeflogen, weitere stiegen bei einer Zwischenlandung in Marseille zu. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa stiegen sie in die Maschine vom Typ A310 um, die um ein Uhr nachts (MESZ) in Moroni landen sollte. Auch bei der vor vier Wochen im Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine handelte es sich um einen Airbus.

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