Frauen über 40
Ein Plädoyer gegen das Freudlose

Mit gutem Auftreten und Outfits kennt Sabina Wachtel sich aus, schließlich berät sie Spitzenmanager. Mit „Goldschnitte“ hat sie jetzt ein Buch vorgelegt für alle Frauen 40 plus – witzig, schrill und unterhaltsam.
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DüsseldorfEines vorweg: Dies ist kein Buch, über das Handelsblatt Online typischerweise schreiben würde. Es geht nicht um Börsen- oder Managementstrategien, um Wirtschaftsirrtümer oder politische Vermächtnisse. Es geht um Frauen, genauer genommen um Frauen ab vierzig. „Goldschnitte. Für alle Frauen, die sich mit 40 plus noch nicht erschießen wollen.“, so heißt das neue Buch von Sabina Wachtel. Und ihr Werk ist so witzig, wahr, unterhaltsam und trifft den Nerv der Autorin dieser Rezension (Anmerkung der Redaktion: Jessica Schwarzer ist selber gerade 40 geworden), dass wir eben doch darüber berichten.

Normalerweise berät die Inhaberin der Frankfurter Beratung Expert Executive Spitzenmanagerinnen und Spitzenmanager aus Wirtschaft, Politik und Sport in allen Fragen vom perfekten Outfit bis zum sicheren Auftritt. Doch die Frauen um Sabina Wachtel – selber Jahrgang 1967 – herum haben sie wohl zu diesem etwas ungewöhnlichen Sachbuch inspiriert. „Ab vierzig fangen wir an zu malen, tendieren zu Einheitsblond und stellen unsere Ernährung um? Wir tragen nur noch grau-beige, und Yoga ist Pflicht? Bitte nicht“, schreit sie ihren Leserin fast entgegen. Auf rund 200 Seiten erhebt sie Einspruch gegen das Freudlose. Sie plädiert für Wagemut und Spaß für „Gas geben statt Aufgeben“. 

Das mag natürlich ein wenig zugespitzt sein, aber wer kennt sie nicht? Sätze à la: „Das kann man in unserem Alter nicht mehr tragen.“ Oder: „Lange Haare gehen ab 40 eigentlich nicht mehr.“ Oder: „Ab einem bestimmten Alter sollte man nur noch Qualität kaufen, H&M ist was für Teenies.“ Blödsinn, würde Sabina Wachtel wohl sagen. „Sich gut fühlen, mutig und vor allem lebendig sein – das macht Frauen zu Goldschnitten“, schreibt sie. 

Sie liefert viele Anekdoten, beschreibt, wie ihre Freundinnen mit Job, Aussehen, Privatleben und natürlich ihrem Alter hadern. Das tut sie mit viel Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie. Die brauchen übrigens auch ihre Leserinnen, die sich sicher immer mal wieder selbst erkennen werden. 

Manchmal erinnern die Szenen, die Sabina Wachtel mit ihren Freundinnen – natürlich viele in den Vierzigern – erlebt hat, ein bisschen an „Sex and the City“. In der US-Kultserie treffen sich Carrie und ihre drei besten Freundinnen regelmäßig in einem Café und analysieren sehr pointiert ihr Leben und Leid. Ähnliche Dialoge führen die Goldschnitten. Oft sehr witzig, oft mit Tiefgang. Aber immer wieder treffen sie den Nerv der (betroffenen) Leserin.

Seite 1:

Ein Plädoyer gegen das Freudlose

Seite 2:

Lässig statt spießig und verkrampft

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  • Meine Botschaft ist: Haare zurückschmeißen, Schultern gerade, Blick nach vorn (wohin sonst?) und Gas geben!
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    Genau so verhalten sich all die lieben PowerFrauchen,
    die keinen mehr mitkriegen weil sie ständig so viele
    Haare zurückschmeißen, den stierenden Blick nach vorne richten und eine Gangart trainiert haben, die jedes Leichttraben mit einem Araberhengst in den Schatten stellt. Peinlich, einfach nur peinlich .... diese Mädels!

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