Für Vielreisende
Heimatfilme

Vielreisende können sich in ihr steriles Hotelzimmer ein Stück Zuhause mitnehmen: Fernab der Heimat können sie sich durch Kindergeschrei wecken lassen. Oder das regionale Fernsehprogramm ansehen – die Technik macht’s möglich.

DÜSSELDORF. Hotelzimmer sind heute voll gepackt mit allen Annehmlichkeiten, die sich ein Geschäftsreisender wünschen kann – vom Flachbildschirm bis zum Highspeed-Internetanschluss, manche gar mit Whirlpool oder eigener Massagebank. Wer in der großen weiten Welt Geschäfte macht, so die Vorstellung, der soll sich wenigstens im Hotel zu Hause fühlen. Was natürlich Unsinn ist, denn kaum einer hat seine Heimstatt im internationalen Businesshotel-Look eingerichtet. Stattdessen versuchen Vielreisende ein Stück Heimat in die Ferne zu holen – die Technik macht’s möglich.

Der Dernier Cri: Die lieben Kleinen nerven einen aus dem Bett. Dazu braucht man ein Mobiltelefon, bei dem sich die Klingeltöne programmieren lassen (zum Beispiel das Nokia E61). Oder einen Wecker mit Aufnahmefunktion. Reisende aus der High-Tech-Branche frühstücken gleich mit der ganzen Familie – dank Videochat-Software.

Doch spätestens beim Anschalten des Fernsehers in einem Schanghaier Schlafgemach ist Schluss mit Heimatgefühl. Im günstigsten Fall bietet die Deutsche Welle noch – zumindest halbstündlich – deutsche Mundart. Mit Beckmanns einschläferndem Singsang auf dem Sofa in den Schlaf zu gleiten ist hingegen ein Schlafmittel, das die meisten im Ausland schmerzlich vermissen werden.

Dabei ist die große weite Welt (und eben die kleine regionale) der bewegten Bilder inzwischen auch über das Internet erreichbar – via schnurloses Netzwerk sogar ohne großes Sendersuchen und Geräteanschließen. Und Inhalte gibt es inzwischen reichlich. Einige TV-Sender bieten Nachrichten und Sendungen zum Online-Abruf an, etwa das ZDF in seiner Mediathek. Die Qualität ist zwar nicht ganz Großbildschirmstandard, aber für ein Stückchen Lokalkolorit auf langen Reisen reicht es allemal.

Wer sein bevorzugtes Fernsehprogramm auch auf der anderen Seite des Globus empfangen möchte, der kann es künftig auch über das Internet streamen – also live übertragen. Der Dienst heißt „Slingmedia“. Kernstück der Technik ist die „Slingbox“, die den Inhalt aus dem normalen Programm über eine Breitbandverbindung ins Internet überträgt. Empfangen kann man ihn überall da, wo eine Highspeed-Verbindung besteht – egal ob schnurgebunden oder schnurlos. Als Gerät zum Betrachten benutzt man ein beliebiges mobiles Endgerät – Slingmedia bietet Programme für Notebooks mit Windows oder MacOS, Windows-Mobile-Pocket-PCs und Smartphones, PalmOS-Endgeräte sowie Handys mit Symbian-Betriebssystem. Bislang ist die neue Technik allerdings erst in den USA und Australien sowie in Europa in Dänemark, Norwegen, Schweden und Großbritannien erhältlich.

Der Fern-Seher kann nicht nur Live-Fernsehen von seinem Gerät empfangen, sondern auch zu Hause stehende Video-Aufnahmegeräte über Slingmedia fernsteuern. Wenn das Programm in Ho-Chi-Minh-Stadt also partout wieder nichts hergibt, kann man einfach Filme vom heimischen Festplattenrecorder abrufen und auf dem Handy, Smartphone oder Notebook anschauen. Oder „Prison Break“ aufnehmen, wenn man vor der Reise vergessen hatte, den Rekorder entsprechend zu programmieren.

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