Generalstreik in Spanien: Störungen im Flugverkehr erwartet

Generalstreik in Spanien
Störungen im Flugverkehr erwartet

Die von der spanischen Regierung geplanten Einsparungen zur Sanierung des Haushaltes treiben die Gewerkschaften auf die Straße. Für den morgigen Mittwoch haben sie zu einem Generalstreik aufgerufen. Lufthansa und Reiseveranstalter rechnen mit erheblichen Beeinträchtigungen im Reiseverkehr.
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HB FRANKFURT/HANNOVER. Die Lufthansa will jedoch trotz des angekündigten Generalstreiks am Mittwoch alle Ziele in Spanien anfliegen. Etwa ein Drittel der 90 Verbindungen werde voraussichtlich ausfallen müssen, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt. Es werde aber keines der fünf Ziele in Spanien komplett gestrichen, sondern die Flugpläne ausgedünnt. Auf den verbleibenden Flügen würden größere Jets eingesetzt, so dass die Passagiere problemlos umgebucht werden könnten. Mit Verspätungen sei aber zu rechnen. Die Lufthansa fliegt in Spanien die Flughäfen Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao und Palma de Mallorca direkt an.

Der Reiseveranstalter Tui hingegen hat seinen Gästen dringend empfohlen, auf andere Ziele umzubuchen. Von sofort an hätten Flugreisende mit dem Ziel Spanien die Möglichkeit, bis einschließlich 1. Oktober gebührenfrei andere Ziele auszusuchen, teilte Tui am Dienstag mit. Ansprechpartner sei das jeweilige Reisebüro. Von dem Streik könnten 10 000 Urlauber der zur TUI-Gruppe gehörenden Veranstalter betroffen sein. Im Falle eines Streiks plane die spanische Regierung, nur rund 20 Prozent aller europäischen Flüge stattfinden zu lassen. Auch der Reiseveranstalter Alltours hat sich auf den Generalstreik in Spanien eingestellt. Rund 30 Flüge, die nach Spanien und von dort zurück gehen sollten, wurden bereits verlegt. Außerdem will Alltours zusätzliche Hotelkosten der betroffenen Gäste übernehmen.

Mit einem drastischen Sparhaushalt will das wirtschaftlich angeschlagene Spanien der Schuldenfalle entgehen. Der Etatentwurf soll am Donnerstag ins Parlament eingebracht werden, wie Wirtschaftsministerin Elena Salgado ankündigte. Der Staat setzt darin kräftig den Rotstift an: Die Ausgaben sollen im nächsten Jahr um knapp acht Prozent gedrückt werden. Dafür müssen beispielsweise die Beamten einen Gehaltsabschlag hinnehmen und Pensionäre eine Nullrunde einlegen. Zudem soll eine Steuererhöhung für Besserverdiener 170 bis 200 Millionen Euro einbringen. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero steht bei der Brüsseler EU-Kommission im Wort, das überhöhte Staatsdefizit bis 2013 unter die Maastricht-Grenze von drei Prozent zu bringen.

Unklar ist, wie stark die Beteiligung am von den Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreik sein wird. Umfragen zufolge steht zwar eine Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Streikvorhaben, doch nur 18 Prozent der Spanier erwägen, auf die Straße zu gehen.

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  • genau sowas sollte in deutschland doch auch möglich sein oder? warum nicht endlich auch den südländern was nachmachen? kämpft für euer recht, sonst gibts bald wirklich radikale umbrüche und die älteren wissen noch allzu gut, wozu sowas geführt hat. die zeit ist reif für einen langsam gesteuerten friedlichen umbruch

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