Generationswechsel
Joko und Klaas als Gottschalk-Nachfolger im Gespräch

Die Nachfolge von Thomas Gottschalk wird für das ZDF zur Farce. Nach der Absage von Hape Kerkeling, scheint kein Bewerber in Sicht. Nun fällt einem kongenialen Jungmoderatoren-Duo die Favoritenrolle zu.
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MainzDie Nervosität auf dem Mainzer Lerchenberg, dem Sitz des ZDF, wächst. Denn die Suche nach einem Nachfolger für Thomas Gottschalk, Moderator von Europas größter Unterhaltungsshow „Wetten, dass...?“ wird immer schwieriger. Offenbar ist das ZDF auch zu einem radikalen Generationenwechsel nun bereit. Nun kommen auch die Jung-Moderatoren Joachim Winterscheidt, 32, und Klaas Heuer-Umlauf, 28, für die Aufgabe in Frage. Das berichtete der „Spiegel“. Das Duo, bekannt geworden als Joko und Klaas, sind bereits bei ZDF Neo, dem Zweitsender der Mainzer, unter Vertrag. Bekannt geworden ist das unkonventionelle Tandem über den Musiksender MTV. Derzeit sind sie auch für den Privatsender Pro Sieben auf dem Bildschirm präsent.

Der ausgebildete Redakteur Joko und der gelernte Friseur Klaas sind seit Oktober 2010 bei Endemol ("Big Brother") unter Vertrag. Die Tochter des italienischen Medienkonzern Mediaset des früheren italienischen Premiers Silvio Berlusconi entwickelte mit den Beiden ein Unterhaltungsformat für Pro Sieben.

Die Not des ZDF ist groß. Der Favorit Hape Kerkeling hat bereits abgesagt. Auch Jörg Pilawa und „Bully“ Herbig sollen den Mainzern einen Korb gegeben haben. Gottschalk wird seine letzte „Wetten, dass...?“-Sendung am 3. Dezember moderieren. ZDF-Intendant wollte sich auf Anfrage des Handelsblatt nicht zur Nachfolgeregelung äußern.

Die Verjüngung von "Wetten, dass...?" ist für das ZDF von hoher strategischer Bedeutung. Denn das Zweite leidet unter der Überalterung seines Publikums. In der zehnjährigen Amtszeit von ZDF-Intendant Markus Schächter ist es bisher nicht gelungen, das Durchschnittsalter auf unter 60 Jahren zu senken. "Diese Personalentscheidung ist sehr schwierig. Bei einem falschen Moderator geht ,Wetten, dass...?' schnell unter", befürchtet ein Fernsehmanager in Wiesbaden. Das wäre für das Zweite allerdings eine Katastrophe. Denn keine andere Unterhaltungssendung  lockt mehr Zuschauer als die über Jahrzehnte populäre Wettshow.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Generationswechsel: Joko und Klaas als Gottschalk-Nachfolger im Gespräch"

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  • Wer will auch schon zum Moderator für eine Dauerwerbesendung für Filme, CD´s und Bücher zur eigentlich besten Sendezeit verkommen?
    Wetten dass? war einmal gut, ist es aber schon lange nicht mehr. Die Sendung ist nur noch auf Reibach ausgerichtet.
    Die Sendung wäre für Johannes Heesters geeignet, da könnte man das lebende Skelett noch respektlos zur Schau stellen und noch die letzten Fans von Wetten dass? verkraulen.
    Später mit der Sendung beerdigen.

  • Es wird erst richtig blamabel, wenn man weiss, wofür hier händeringend das GEZahlte Geld hinfliesst.
    Schöne Aussichten... Man muss ja die Kosten hoch halten, damit man noch eine Daseinsberechtigung hat.
    Amre Medienlandschaft und gerade Wetten Dass zeigt, dass es mit den Medien so langsam den Berg ab geht.

  • Das Ganze erinnert mich ein wenig an die FDP, weitermachen um jeden Preis.

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