Gesundheitsstudie der DAK So schlaflos ist Deutschland

Die Deutschen schlafen schlechter. Das geht aus einem Report der DAK hervor. Die Krankenkasse warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen: Immer öfter machen Schlafstörungen krank.
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Nicht alle Deutschen schlafen so gut – der Job raubt vielen den Schlaf. Quelle: obs
Gute Nacht!

Nicht alle Deutschen schlafen so gut – der Job raubt vielen den Schlaf.

(Foto: obs)

BerlinDie Deutschen schlafen weniger und schlechter. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenversicherung DAK hervor. Schlaflos in Deutschland heißt es also, in Anlehnung als die romantische Komödie „Schlaflos in Seattle“. Doch während seinerzeit die Liebe Tom Hanks den Schlaf raubte, ist in deutschen Haushalten etwas anderes Schuld: der Job.

Die Zustände in immer mehr deutschen Haushalten, die die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) in ihrem aktuellen Gesundheitsreport thematisiert, sind alles andere als filmreif. Immer mehr Menschen haben hierzulande immer häufiger Probleme am Abend einzuschlafen, werden mitten in der Nacht wach und können nicht mehr einschlafen. Seit 2010 sind die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 um 66 Prozent gestiegen, hat die DAK ermittelt. Jeder zehnte Arbeitnehmer hat demnach inzwischen ernsthafte Schlafprobleme. Bei der Online-Befragung berichten 80 Prozent der Teilnehmer von Schlafproblemen. 

Ob dabei gelegentlich auch Liebeskummer die Ursache ist, hat die drittgrößte deutsche Krankenkasse, die dafür eigens eine repräsentative Online-Befragung bei 5200 Erwerbstätigen beim Forsa Institut in Auftrag gab, nicht abgefragt. Sie fahndete gezielt nach Ursachen in der Arbeitswelt und wurde fündig. Fast ein Viertel der Arbeitnehmer (24,4 Prozent), die regelmäßig unter Schlaflosigkeit leiden, berichtet davon, häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit zu arbeiten.

So schlafen Sie besser ein – und durch
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Auf Matratzen und Kissen achten

Wie man sich bettet, so liegt man: Passen Matratze und Kissen nicht, wird es auch nichts mit dem erholsamen Schlaf. Deshalb sollten Sie beim Kauf auch einmal Probe liegen und Ihre Matratze alle fünf bis zehn Jahre gegen eine neue tauschen. Kissen sollten alle zwölf bis 18 Monate ausgewechselt werden. Experten raten Paaren außerdem dazu, auch im gemeinsamen Bett getrennte Matratzen zu haben, da die Ansprüche an die Matratze verschieden sind. Bei einer durchgehenden Matratze besteht die Gefahr, dass einer zu weich und der andere zu hart liegt.

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Elektronik verbannen

Egal, ob Smartphone, Tablet oder Fernseher: Elektronische Geräte versetzen das Gehirn in Alarmzustand. Die künstliche Beleuchtung hemmt die Ausschüttung des Hormons Melatonin – und das macht uns erst müde.

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Ernährung beachten

Alkohol kann helfen, schneller einzuschlafen. Dafür wird die Nacht unruhiger. Faustregel: maximal ein Glas Bier oder Wein. Besser ist ein Glas warme Milch, denn sie enthält die Aminosäure Tryptophan – und die fördert den Aufbau des Schlafhormons Serotonin. Zu viel Eiweiß und Proteine sind schwer verdaulich. Und das Nikotin der Gute-Nacht-Zigarette stimuliert das Gehirn.

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Zeiten einhalten

Gehen Sie regelmäßig zur selben Zeit ins Bett, möglichst auch am Wochenende. Unser Körper ist ein Gewohnheitstier. Gerät er außer Rhythmus, führt das zu Anspannung. Und die mündet immer in schlechteren Schlaf.

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Sport machen

Wer tagsüber Sport macht, schläft abends leichter ein. Dafür muss es kein dreistündiges Krafttraining sein, ein Spaziergang bewirkt auch schon einiges. Wichtig ist allerdings, sich nicht kurz nach Trainingsende ins Bett zu legen. Kurz nach dem Sport ist der Kreislauf noch sehr aktiv.

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Rituale pflegen

Egal, ob Buch oder Badewanne, Musik oder Tee, Yoga oder ein Spaziergang – Entspannungsrituale bereiten Ihren Körper auf die Nachtruhe vor.

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Auf die Temperatur achten

Ist es im Schlafzimmer zu heiß oder zu kalt, ist das ebenfalls nicht gut für den Schlaf. Deshalb darauf achten, dass es in dem Raum, in dem man schläft, zwischen 15 und 19 Grad hat. Wenn der Partner mit im Bett schläft, empfiehlt es sich außerdem, zwei Decken zu benutzen. Dann erspart man sich das Aufwachen mitten in der Nacht, weil der Mitschläfer die Bettdecke geklaut hat.

Bei zwei Fünftel könnten wechselnde Arbeitszeiten der Grund sein: Sie arbeiten zwischen fünf und sieben Nachtschichten im Monat. 16,7 Prozent berichten von häufigem Termin- und Leistungsdruck. 16,6 Prozent berichten, das sie eigentlich vorgesehene Pausen wegen des hohen Arbeitsdrucks nicht nehmen können. Bei etwas mehr als einem Zehntel sind es vier oder mehr Überstunden pro Woche, die Auslöser für nächtliche Unruhe sein könnten.

Nicht schlafen können macht krank: Die Fehltage am Arbeitsplatz, die direkt auf Schlafstörungen zurückgeführt werden können, stiegen laut Report seit 2010 um rund 70 Prozent auf 3,86 Tage je 100 Versicherte. Dabei fallen Betroffene im Durchschnitt elf Tage aus. Die große Mehrheit der Befragten  versucht alleine mit den Schlafproblemen zu Recht zu kommen. Nur 4,8 Prozent gingen deshalb im vergangenen Jahr zum Arzt. Selbst Erwerbstätige mit der schweren Schlafstörung Insomnie suchen meist keine Hilfe von außen: 70 Prozent von ihnen lassen sich nicht behandeln.

„Giftige“ Verbindung mit dem Verhalten in der Freizeit
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1 Kommentar zu "Gesundheitsstudie der DAK: So schlaflos ist Deutschland"

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  • Sehr geehrter Herr Thelen,

    auch ich litt viele Jahre unter intensiven Schlafstörungen. Habe alle nur möglichen Gegenmittel ausprobiert. Ohne Erfolg. Zum Einschlafen kam ich erst frühmorgens. Tagsüber fühlte ich mich dann gerädert.

    Gerädert hin oder her. Ein Blick auf meine beruflichen Leistungen ließ erkennen, dass ich in Hochform war. Unglaublich. Das hätte ich ganz bestimmt nicht erwartet.

    Dann kam mein Mann. Er erzählte mir, dass sich der Körper auf jeden Fall den Schlaf holt, den er braucht. Demnach wäre Schlaflosigkeit überhaupt keine Krankheit? Ich hatte so meine Zweifel. Aber mein Mann erzählte mir, dass auf der ganzen Welt noch nie ein Mensch an Schlaflosigkeit gestorben ist.

    Später lernte ich dann Entspannungsübungen und hatte fortan keine Probleme mit dem Einschlafen mehr. Gott sei Dank las ich keine DAK-Untersuchungen, dass Schlafstörungen krank machen sollen. Hätte ich solche furchtschürenden Ergüsse gelesen, läge ich auch heute noch jede Nacht wach.

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