Gewerkschaft glaubt nicht an Schlichtung
Fluglotsen drohen mit Streik im neuen Jahr

Wegen eines Arbeitskampfes bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) müssen sich Passagiere im neuen Jahr auf massive Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft habe bereits konkrete Pläne. „Ab dem 1. Januar kann es jederzeit losgehen“, warnt sie.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass der Lotsenstreik noch mit Schlichtungsverhandlungen abwendet wird. „Es wird zu erheblichen Einschränkungen, Ausfällen und einem richtig großen Chaos kommen“, sagte GdF-Sprecher Marek Kluzniak am Mittwoch. Datum, Ort und Uhrzeit des Streikbeginns stünden bereits fest.

Wann genau die Fluglotsen in den Streik gehen, wollte Kluzniak nicht sagen. „Ab dem ersten Januar kann es jederzeit losgehen.“ Eine Ankündigung wird es demnach erst etwa 24 Stunden vorher geben. Möglich sind laut GdF „kleine Nadelstiche“ mit einzelnen Streiks an kleineren Flughäfen, ein massiver Gesamtstreik oder eine Kombination aus beiden. Die GdF sei verpflichtet, 25 Prozent des normalen Flugverkehrs zu bearbeiten. Von den täglich 8 000 Flügen in Deutschland könnten somit drei Viertel ausfallen oder müssten umgeleitet werden. Davon wären auch viele Maschinen betroffen, die Deutschland nur überfliegen.

Dass die Deutsche Flugsicherung nach der Streikankündigung einen Schlichter anruft und den Arbeitskampf damit abwendet, hält die Kluzniak für unwahrscheinlich. „Nach unseren Informationen denkt die DFS nicht daran, in die Schlichtung zu gehen“, sagte er. Bei dem Staatsunternehmen war hierzu keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Gewerkschaft fordert von der DFS strukturelle Änderungen des Gehaltsgefüges für die 5 300 DFS-Beschäftigten, eine Gehaltssteigerung von vier Prozent sowie eine Einmalzahlung. Die Tarifverhandlungen sind gescheitert, die Friedenspflicht läuft am 31. Dezember aus. Die DFS weist die Forderungen der Gewerkschaft als exorbitant zurück.

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