Gleiche Länderpreise
EU fordert Transparenz bei Flugtickets

Die EU-Kommission will Flugpassagieren die Auswahl der preiswertesten Airline erleichtern. Diesem Zweck dient eine Initiative, die EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot am Dienstag in Brüssel vorstellt. Der Gesetzgebungsvorschlag zwingt die Carrier, auf den Tickets Steuern, Zuschläge und Benzinkosten extra auszuweisen, damit die Fluggäste den Netto-Tarif eines Fluges erkennen können.

BRÜSSEL. „Diese Maßnahme wird es den Fluglinien unmöglich machen, ihre Preise zu verschleiern“, heißt es aus der Dienststelle des EU-Verkehrskommissars. Irreführende Werbung für Billig-Tickets werde durch die Angabe aller Nebenkosten unterbunden. Bislang würden Flugreisende durch vermeintliche Billig-Angebote verwirrt, die sich bei der Bezahlung des Ticktes als keineswegs preiswert herausstellten, so ein Barrot-Mitarbeiter.

Darüber hinaus will die EU-Kommission dafür sorgen, dass Flugtickets in der EU diskriminierungsfrei verkauft werden. Der Vorschlag, dem Europaparlament und EU-Ministerrat zustimmen müssen, verbietet es den Airlines, für das gleiche Ticket unterschiedliche Preise zu verlangen. Derzeit ist es gängige Praxis, dass für das gleiche Ticket (gleicher Flug, gleicher Sitz, gleiche Zeit des Buchens) innerhalb der EU verschiedene Tarife erhoben werden. Bei der Kommission hatten sich zahlreiche Verbraucher darüber beschwert, dass im Internet oder im Ausland bestellte Tickets teurer sind als solche, die im Heimatland einer Fluglinie gekauft werden. Laut dem Verordnungsentwurf werden die Fluglinien verpflichtet, für das gleiche Angebot in allen 25 EU-Ländern den gleichen Tarif zu erheben.

Das dritte Element des Gesetzgebungsvorschlages verlangt eine bessere Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften im Bereich des Flugverkehrs. Nach Beobachtung der EU-Kommission werden wichtige Regeln wie zum Beispiel die Lizenz-Erteilung und Überwachung von Airlines in den EU-Staaten unterschiedlich angewendet. Die Kommission fordert nun die striktere Kontrolle von Fluglizenzen. Die Brüsseler Behörde soll laut dem Verordnungsentwurf die Kompetenz erhalten, einer Fluglinie bei Versagen der nationalen Überwachungsbehörden die Betriebserlaubnis zu entziehen.

Der Plan für eine transparente Preispolitik im Flugverkehr ist Teil einer neuen, am Verbraucherschutz orientierten Strategie von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und seiner Mannschaft. Barroso will der zunehmend EU-skeptischen Öffentlichkeit den praktischen Nutzen der EU-Institutionen vor Augen führen. Diesem Ziel diente auch die letzte Woche in Brüssel vorgestellte Initiative zur Senkung der Tarife für die Vermittlung von Handy-Gesprächen.

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