Gourmethütten auf der Sella Ronda
Schnee Sterne

Die gute Nachricht vorweg: Skifahrerisches Können ist nicht zwingend vonnöten in Alta Badia, wenn man der schönsten Wintersportbeschäftigung nachgehen will: dem Schlemmer-Einkehrschwung. Dolomiti Superski ist unter Skifahrern ein Begriff, die Sella Ronda ein Muss. Doch entlang der Pisten gibt es einige Gourmethütten – nicht nur für Skifahrer.

Am Gipfel des Piz La Ila, direkt neben der Bergstation der Gran-Risa-Bahn, steht der Club Moritzino, eine beliebte Hütte, deren Aushängeschild das Nobelrestaurant im angebauten Wintergarten ist. Die Gondel von La Villa hinauf leistet komfortable Chauffeursdienste. Das Wedeln ist also nicht das Ziel, einzig die Küche; das Dolomiten-Panorama eine passende hübsche Designidee. Edel futtern an eingedeckten Tischen, Luxus-Pasta oder am besten gleich der kulinarische Durchmarsch. Wer sitzt, bleibt – zu den Partys, da zeigt die Schickeria, was sie unter Hüttengaudi versteht.

Einzig am 16. Dezember sollte man den Club großzügig umgehen. Denn da macht der Weltcup-Skizirkus ebenda Station und zeigt, warum Carven und Gleiten so spannend sein können wie ein Gourmetmenü. Die steile Waldschneise zählt zu den traditionsreichsten und schwersten Weltcupstrecken. Das ist nichts für gemächliche Umsteig-Schwinger. Trotzdem sind sie da, sie finden andere Skialternativen im überwiegend flachen Terrain rund um den 2 100 Meter hohen Piz. Oder im weitschweifigen Skiverbund Dolomiti Superski.

Das Refugio Emilio Comici, eine unter skifahrenden Gourmets legendäre Skihütte am Fuße des Langkofels, lohnt den Einsatz von Muskelkraft und Technik. Fisch, Meeresfrüchte und eine beeindruckende Gebirgskulisse in über 2 200 Meter Höhe wollen erobert sein. Tückisch: Wer versackt, schafft die als Tagestour angelegte Sella Ronda nicht und muss per Taxi zurückfahren.

Am besten gleich zu Norbert Niederkofler aus dem St. Hubertus im Hotel Rosa Alpina in St. Kassian – unbestritten der Star am Herd. Gerade hat er seinen zweiten Michelin-Stern bekommen. Niederkoflers Philosophie ist unprätentiös: „Die schönsten Dinge im Leben sind die einfachen.“ Entsprechend seiner Küche – klar, linear, Chi-Chi-frei, dafür Bestes in bester Zubereitung. Sterne hängen in der Dolomiti-Superski-Region mehrere. Einer bei Küchenchef Angelo Laera im Hotel Ciasa Salares in Armentarola. Besitzer und Sommelier Stefan Wieser hält die wohl eindrucksvollste Weinkarte der Region bereit.

Ladinisch, das ist die althergebrachte Küche in Alta Badia. Die Wiederentdeckung und Neuinterpretation im Mix mit Tiroler Schmankerln wird im „La Stüa de Michil“, einer authentischen Stube aus dem 18. Jahrhundert, im Hotel la Perla in Corvara zelebriert. Den deftigen Gegenpart mit Gerstensuppe und Schlutzkrapfen liefern urige Bauernhof-Restaurationen wie das Maso Runch in Pedraces. Und wer bei so viel Messer- und Gabeleinsatz das Interesse am Skifahren verloren hat: Statt Skikursen organisiert das Verkehrsbüro auch ladinische Kochkurse.

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