Gourmets in Oregon
Pioniere am Pazifik

Heiße Fischsuppe, vollmundiger Wein und süße Marionberrys – Oregons Westen zeigt sich als Sammelbecken für Feinschmecker und Freigeister.

PORTLAND. Der Schraubverschluss auf der Weinflasche irritiert. „So gibt es hundertprozentig keinen Korkgeschmack.“ Mary schenkt zum Probieren einen Oregon Chardonnay „unwooded“ ein. Tatsächlich: reiner Wein, vollmundig, mit tropischem Aroma und fruchtigem Abgang. Auf der Theke des Rex-Hill-Weinguts im Willamette Valley reihen sich die besten ihres Jahrgangs aneinander, Pinot Noir, Pinot Gris und Chardonnay. Im Tal zwischen Portland und Eugene sind 300 Weinbetriebe zu Hause, etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Bordeaux.

Beim Frühstück in Portlands Bijou Café steht gesundes Essen auf dem Tisch. Bei Bio-Pfannkuchen, Müsli, Obstteller und reichlich Kaffee gewährt Gretchen Einblicke ins Selbstbewusstsein der Stadt. Sie lobt die Weitsicht der Planer, die schon in den 70er-Jahren für genügend Raum und Struktur sorgten, um Wildwuchs à la Los Angeles vorzubeugen.

Eine der ersten Veränderungen: Aus der alten Schnellstraße am Willamette River wurde ein Park, der die Innenstadt mit dem Wasser verbindet und Anfang Juli Schauplatz des zweitgrößten Bluesfestivals der USA ist. Am Ufer verlaufen endlose Radwege, weit aus der Stadt hinaus. „Ich brauche kein Auto, ich fahr’ mit dem Rad.“ Der Satz, meint Gretchen, sei in Portland Ausdruck einer Lebensanschauung.

Powell's Bookshop gehört zu Portlands Institutionen. Die Umschreibung „Stadt der Bücher“ ist nicht übertrieben. Scheint schon die Auswahl neuer und gebrauchter Literatur unerschöpflich, so bietet ein Raum für besondere Bücher den idealen Fluchtpunkt für einen verregneten Nachmittag.

Absolut „druckfrisch“ geht es auf dem Farmers' Market zu. Was erst wenige Stunden zuvor geerntet wurde, liegt blank geputzt und vitaminstrotzend zum Kauf parat. Auch die Bauern können ihren Stolz auf ihre erntefrische Ware kaum bremsen. Der Lokalpatriotismus gipfelt in der Marionberry, einer eigenen Beerenzüchtung der Universität von Oregon. Etwa doppelt so groß wie die Brombeere, kommen die Früchte oft als Marmelade und Sirup auf den Tisch.

Seite 1:

Pioniere am Pazifik

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%