Gran Canaria
Out of Maspalomas

Wer bei Gran Canaria nur an Bettenburgen, Strand und Discos denkt, kennt das Innere der Insel nicht: Dort schlägt das grüne Herz, ruhig und genussvoll. 32 Naturschutzgebiete gibt es auf der großen Insel. Ein Wanderrevier führt durch Schilfwälder und Canyons über Trampelpfade, Geröllhalden und Passhöhen.

Manolo muss etwas loswerden. Der alte Campesino, der jeden Tag mit seiner Frau Sebastiana auf der Finca Las Longueras auftaucht und mit einem Palmwedel den Vorplatz kehrt, zeigt hinters Haus. Erfreuen will er uns – und warnen zugleich: „Ihr könnt dort mal probieren. Aber passt auf, die meisten sind sauer.“ Dann fegt er weiter.

Wir folgen Manolos Wink und entdecken einen Orangenhain. Hundert, zweihundert Bäume sind es, die ums Landhaus in Agaete verstreut sind. Frei zugänglich für Hotelgäste. Schon pflücken wir eine erste Frucht. Manolo muss verrückt sein. Von wegen sauer! Die Orange ist ein süßer Genuss. Schon ist die nächste gepflückt in diesem Garten Eden – Picknick auf kanarisch. „Wir nennen die Gegend“, erzählt Sebastiana, „valle loco, verrücktes Tal. Weil hier alles wächst. Mangos und Papayas, Kaffee und Guayabas.“

Das Valle de Agaete im ländlichen Nordwesten Gran Canarias hat nichts zu tun mit dem Inselsüden, wo der touristische Bär tobt. Gut 137 000 der 150 000 Hotelbetten Gran Canarias drängen sich dort aneinander, ein wucherndes Betongeschwulst aus Einkaufszentren, Pubs und Souvenirschuppen, das kolossale Pauschalferienödland von Maspalomas und Playa del Inglés. Auf der Finca Las Longueras umgeben uns Yucca- und Dattelpalmen, Jasmin und Bougainvillea, Kakteen ohne Ende. Das ist das andere Gran Canaria: out of Maspalomas. Mitten im ländlichen Frieden.

Einem Frieden, der nun langsam bekannter wird. Seit ein paar Jahren wächst ein zartes Pflänzchen heran auf Gran Canaria. Landhäuser, viele davon im kolonialen Stil, mit acht, zehn, zwölf Zimmern, werden von ihren Besitzerfamilien für Gäste geöffnet. Stilvolle Kleinhotels im inseleigenen Klima des ewigen Frühlings – aber ohne den Kampf um den besten Pool-Platz in der Tausend-Zimmer-Bettenburg.

Dass allenthalben gebaut und betoniert wird auf der Insel, ist eben nur ein Teil der Wahrheit auf Gran Canaria. Den anderen Teil lernt kennen, wer ins Landesinnere aufbricht. 32 Naturschutzgebiete gibt es auf der großen Insel, das abenteuerlich ausgeschilderte Wanderrevier erstreckt sich über 300 Kilometer, führt durch Schilfwälder und Canyons über Trampelpfade, Geröllhalden und Passhöhen. Abseits der Ferienprospektlandschaft im Süden erheben sich in der Inselmitte Berge bis gegen 2 000 Meter Höhe.



Schmort der eine Teil der Feriengäste an der Süddüne, wird es im 1 490 Meter hohen Cruz de Tejeda bald nach der Siesta etwas fröstelig. Radler und Wanderer mögen die Gegend, Gourmets mit Sinn fürs Inseltypische zieht es zum Übernachten ins Zehn-Zimmer-Landhaus El Refugio. Hier wird noch geschätzt, was der eigene Boden hergibt.

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