Grenzüberschreitender Service
In einem ICE nach Paris

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am Wochenende bieten Deutsche Bahn und SNCF ihren neuen Hochgeschwindigkeitsverkehr an. Auf den Strecken Paris-Frankfurt und Paris-Stuttgart wollen die beiden Bahnunternehmen damit den Airlines Konkurrenz machen.

HB FRANKFURT/STUTTGART. Mit Tempo 320 nach Paris: an diesem Sonntag beginnt der neue regelmäßige Hochgeschwindigkeits-Schnellzugverkehr von Frankfurt und Stuttgart in die französische Hauptstadt und zurück. Die Fahrzeit des ICE von Frankfurt beträgt zunächst noch vier Stunden und elf Minuten - zwei Stunden weniger als bisher. Mit dem europaweiten Fahrplanwechsel im Dezember verkürzt sich die Fahrzeit noch einmal um weitere 22 Minuten.

Die Bahn will auf ihrer Prestigestrecke vor allem den Airlines Konkurrenz machen. „Zur Zeit nehmen neun von zehn Reisenden zwischen Paris und Frankfurt das Flugzeug. Mittelfristig wollen wir unseren Anteil auf 40 Prozent erhöhen“, sagt Bahnsprecher Achim Stauß. Die Passagierzahlen sollen sich in fünf Jahren auf 1,5 Millionen jährlich verdoppeln. Die französische Bahngesellschaft SNCF geht davon aus, die Hälfte ihrer neuen Kunden den Fluggesellschaften abspenstig machen zu können. Bei der Lufthansa, die täglich zwölf weitgehend ausgelastete Maschinen zwischen Frankfurt und Paris hin und her schickt, beobachtet man die neue Konkurrenz „mit großem Interesse“, wie Unternehmenssprecher Thomas Jachnow sagt. „Wir sind aber nicht über die Maßen irritiert.“ Sonderangebote als Reaktion gibt es nicht, mit 99 Euro für das billigste Flugticket sieht sich die Airline konkurrenzfähig. Die normale Zugfahrkarte kostet genau so viel, allerdings gibt es viele Sonderangebote.

Die Strecke von Stuttgart über Straßburg nach Paris bedient ebenfalls von Sonntag an regelmäßig der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV. Er benötigt für die Strecke drei Stunden und 39 Minuten. Drei tägliche Verbindungen sind zunächst zwischen Stuttgart und Paris vorgesehen, von Dezember an gibt es jeden Tag vier Hin- und Rückfahrten. Dann soll auch ein Zug bis nach München weiterfahren. Die einfache Fahrt Stuttgart-Paris kostet 95 Euro. Zwischen Frankfurt und Paris gibt es jeden Tag eine direkte Verbindung hin und zurück sowie zwei Verbindungen mit Umsteigen in Saarbrücken. Vom Winterfahrplan an werden es fünf Direktverbindungen sein. Der ICE fährt auf der neuen Strecke bis zu 320 Stundenkilometer schnell und hält immer in Mannheim, Kaiserslautern und Saarbrücken. Einige Züge stoppen auf dem Weg zum Gare de l' Est in Paris auch in Forbach oder in Lorraine.

Die Absicht, Hochgeschwindigkeitszüge über die deutsch-französische Grenze fahren zu lassen, ist mehr als zwanzig Jahre alt. Vier Milliarden Euro hat der Bau der 300 Kilometer langen Strecke von Paris bis Baudrecourt vor Straßburg gekostet. Es ist der erste Abschnitt einer neuen, von der EU geförderten „Magistrale für Europa“ von Barcelona über Paris, München und Wien bis nach Budapest. Große Teile der Strecke sollen bis 2015 fertig werden.

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