Große Gewitterfront
Staus und Unwetter vermiesen Ferienspaß

Eine langgestreckte Gewitterfront ist am Freitag über Deutschland gezogen und hat vielen Regionen schwere Schauer und heftige Gewitter gebracht. Teilweise gab es Sturmböen und Hagel. Damit beendete das Tief „Volkrat“ das kurze Gastspiel des Hochsommers. Am Wochenende bleibt es mit Temperaturen zwischen 16 bis 21 Grad eher kühl.

HB OFFENBACH. Heftige Unwetter und lange Staus vermiesen an diesem Wochenende Reisenden und Daheimgebliebenen den Sommergenuss. Nachdem die Ferien mittlerweile in fast allen Bundesländern begonnen haben, bestimmten kräftiger Wind, Regen und Gewitter das Wetter. Der ADAC rechnet damit, dass die Ferien-Staus auf den Autobahnen noch länger werden, nachdem nun auch die Schüler in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg frei haben. Überall im Land müsse mit langen Blechkolonnen gerechnet werden, zumal sich bereits der erste Rückreiseverkehr bemerkbar mache. Auch im Ausland dürften Urlauber laut ADAC kaum ohne Staus ans Ziel kommen.

Schon am Freitag ging auf vielen Autobahnen nichts mehr. Im Norden staute sich der Verkehr vor allem auf der A1 teils mehr als 15 Kilometer. Auch vor dem Hamburger Elbtunnel ging zeitweise nichts mehr. Die Verkehrsleitstelle warnte vor weiteren Staus am Tunnel in den nächsten Tagen und riet, die vielen Baustellen auf der A1 zwischen Bremen und Hamburg komplett zu umfahren. Auch im Süden gab es schon am Freitag etliche Staus, die aber meist kürzer ausfielen.

Nicht nur auf den Straßen war Geduld gefragt. Auch auf manchen Flughäfen stauten sich die Reiselustigen vor den Schaltern. Hochbetrieb herrschte etwa am Hamburger Flughafen. Dort hoben allein am Freitag 88 000 Passagiere ab. Die Berliner Flughäfen rechneten mit einem der verkehrsreichsten Tage überhaupt. Von Tegel waren 241 Abflüge geplant, von Schönefeld 92. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte, etwa 50 000 Passagiere würden per Flugzeug die Hauptstadt verlassen - statt der 30 000 bis 35 000 an einem „normalen“ Tag.

Wer gen Süden abhob, verpasst zumindest in punkto Wetter erst mal nichts: Am Samstag und Sonntag gehören Jacke und Regenschirm ins Gepäck. Die Temperaturen sacken in den Keller: Wärmer als 16 bis 21 Grad soll es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach tagsüber nicht werden. Nachts fallen die Temperaturen zum Teil unter zehn Grad. Ideales Bade- oder Wanderwetter lässt auch in den nächsten Tagen auf sich warten. Von Montag könnte es aber zumindest mit den Temperaturen leicht bergauf gehen.

Schon am Freitag brachte der Wetterumschwung in einigen Regionen heftige Gewitter. Allein in Rheinland-Pfalz wurden dabei mindestens zwei Menschen verletzt. Ein Blitz verletzte einen Feuerwehrmann. Dieser war wegen eines Unfalls im Einsatz, bei dem eine Böe die Plane eines Lasters auf die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Autos wehte. Der Fahrer wurde von Glassplittern verletzt.

Auch in benachbarten Ländern vermieste das Atlantiktief den Menschen die Sommerlaune. Im österreichischen Südtirol wurde nach Unwettern in der Nacht auf Freitag eine Siedlung geräumt. Mehr als 40 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, weil ein Hangrutsch drohte. Am Donnerstagabend waren in Tirol gar Schneepflüge ausgerückt, nachdem es teils pflaumengroße Eiskörner gehagelt hatte.

In Polens Hauptstadt Warschau wurde nach einem Wolkensturz am Freitag der U-Bahn-Verkehr teilweise eingestellt. Das Wasser sei in zwei unterirdische Bahnhöfe eingedrungen, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Fernsehsender TVN24. Überflutungen gab es auch in zwei Krankenhäusern, einem Kindergarten und auf zahlreichen Straßen.

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