Große Weihnachts-Reisewelle
Autofahrern drohen Staus und Blitzeis

Kurz vor Heiligabend können gestrandete Fluggäste und wartende Bahnreisende hoffen, doch rechtzeitig nach Hause zu kommen. Mit leicht steigenden Temperaturen entspannte sich die Situation auf den deutschen und anderen europäischen Flughäfen sowie im Schienenverkehr. Doch für Entwarnung ist es zu früh.
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HB BERLIN/FRANKFURT AM MAIN. Die Airports müssen noch tausende seit Tagen wartende Fluggäste zu ihren Zielen bringen. Und auf den deutschen Straßen droht Blitzeis, da eine Regenfront heranzieht. Tief Scarlett wird laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in den kommenden Tagen wieder Schnee und Regen bringen. Nach null bis sechs Grad am Donnerstag fallen die Temperaturen am Wochenende wieder verbreitet auf unter null Grad.Und am Donnerstag startet laut ADAC die erste Große Weihnachts-Reisewelle.

Dem DWD zufolge verstärkt sich derzeit ein Tiefdruckgebiet über Deutschland und lenkt immer mehr Kaltluft von Norden nach Süden. In der Nacht auf Donnerstag muss an der Küste mit Unwettern, Sturm und Schneeverwehungen gerechnet werden, während es in Süddeutschland noch mild ist. Die Schneefront wandert dann nach Süden und wird bis Heiligabend die Alpen erreichen.

Wer sich in diesen Tagen statt auf Bahn und Flugzeug auf das eigene Auto verlassen will, muss kurz vor dem Weihnachtsfest allerdings ebenfalls viel Geduld aufbringen. Der ADAC erwartet für Donnerstag und den ersten Weihnachtstag das stärkste Verkehrsaufkommen.

"Morgen ist der schlimmste Tag", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Mittwoch. Weil viele Menschen unterwegs sind, in den Skiurlaub oder um Verwandte zu besuchen, komme es am Donnerstag nicht nur zu wetterbedingtem "Chaos und mittleren Katastrophen" auf den Straßen. Es werde "unglaublich viel Verkehr und viele Staus" geben, sagte Hölzel.

Die Autobahnraststätten seien bereits jetzt stark besucht und hoch belastet. Für den Höhepunkt der Reiseströme rüsteten sie sich mit einer Aufstockung an Winterprodukten, etwa mehr Frostschutzmittel für Scheibenwaschanlagen von Autos und mehr Eiskratzer. Am Heiligabend selbst sei dann der "große Verkehr" auf den Autobahnen vorbei, sagte Hölzel. Vormittags führen vielleicht noch einige Menschen in die Städte hinein, für letzte Einkäufe. Ab Mittag des 24. Dezembers werde es dann ruhig auf den Straßen.

Die Erfahrung der vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass Reisende wegen des Wetters mehr Zeit einplanen sollten. Der ADAC rät auch, die Warnmeldungen im Radio aufmerksam zu verfolgen. Dass wegen eines möglichen Schneechaos massenweise stecken gebliebene Autofahrer ihr Fest in einer Raststätte verbringen müssen, nimmt Hölzel nicht an. Wen es dennoch trifft, der würde sich im Notfall sicher eher ein kleines Hotel abseits der Autobahn suchen, vermutet er.

Unterdessen gab es in einigen Regionen am Mittwoch bereits erste Warnungen vor dem gefährlichen "Blitzeis". Unter anderem in Berlin und Brandenburg war nach Tiefsttemperaturen bis zu minus zehn Grad warmer Regen auf die eiskalten Böden gefallen. Hier müsse sich die Bevölkerung den ganzen Tag über auf das tückische Eis einstellen, warnte der Wetterdienst.

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