Großes Angebot an Schlaf- und Liegewagen
Vor dem ersten Flieger ausgeschlafen am Ziel

Der Zug auf Gleis 14 des Hamburger Hauptbahnhofs fällt auf. Seine Außenfarbe Hellblau ist ebenso ungewöhnlich wie die kastenförmigen, flachen Wagen, die viel niedriger sind als normale Reisezugwaggons.

Seit zehn Jahren fahren die in Spanien gebauten „Hotelzüge“ von Talgo in Deutschland. Zum Einstieg geht es einen Schritt nach unten. „Ihr Abteil ist gerichtet, wir wünschen eine gute Nacht“, verabschiedet der Zugmanager den Gast in seiner Rezeption. Ein paar Wagen weiter das Schlafgemach. In der Tür steckt eine Schlüsselkarte aus Plastik, wie man sie aus Hotels kennt. Die Tür ist von innen abschließbar. Gerade zwei Quadratmeter misst die Grundfläche des Abteils, ergänzt noch um die Mini-Naßzelle mit Vakuum-WC, schwenkbarem Aluminium-Waschbecken und der Dusche dahinter. Die Ausstattung ist fast wie im Hotel – zwei Duschhandtücher und zwei kleinere Handtücher, Shampoo-Fläschen und Mundspülwasser.

Das Abteil läßt sich allein zum Sparpreis ab 179 Euro oder mit einem Oberbett auch zu zweit ab 89 Euro pro Person belegen. Doch dann wird’s eng, erst recht mit Gepäck. Vor dem Fenster, das per Vorhang mit Klettverschlüssen lichtdicht gemacht ist, stehen zwei Flaschen Mineralwasser und ein Korb mit Äpfeln als Gratis-Zugabe.

Effizient und leise ist die Klimaanlage. Das weiß bezogene Bett ist nicht besonders breit, aber bequem, der moderne Zug relativ laufruhig, aber trotzdem ist die Nachtruhe nicht mit einer Übernachtung auf festem Boden zu vergleichen. Für Leute mit empfindlichem Schlaf bringen selbst Schlaftrunk und Ohrstöpsel keinen tiefen, ungestörten Schlummer.

Der automatische Weckruf am Morgen ertönt aus dem Wandtelefon, vorher hatte der Schaffer bereits an der Tür geklopft. Nach kurzer warmer Dusche schnell noch im Bordbistro am Büffet gefrühstückt, und schon kommt nach gut neun Stunden Reise der Bahnsteig von München-Ost in Sicht, Endstation. So früh ist noch lange kein Fluggast des ersten Fliegers aus Hamburg in der Münchner Innenstadt angekommen, und leidlich ausgeschlafen wie der Schlafwagen-Kunde dürfte er sich auch nicht fühlen.

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