Hamburg betroffen
Warnstreik bei der Lufthansa

Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa sind ohne Ergebnis vertagt worden. Ein neues Angebot der Lufthansa wies die Gewerkschaft Verdi als „enttäuschend“ zurück und rief die Lufthansa-Beschäftigten zu einem Warnstreik auf. Deshalb müssen Fluggäste in Hamburg-Fuhlsbüttel an diesem Donnerstag mit Verzögerungen beim Check-in rechnen.

HB BAD SCHWABACH/FRANKFURT/HAMBURG. 2 000 Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals sollen der Gewerkschaft zufolge von 9 Uhr an die Arbeit niederlegen. Um 12.30 Uhr sei eine Kundgebung auf dem Flughafen mit Verdi-Chef Frank Bsirske geplant. Der Flugverkehr selbst sei von den Protestaktionen aber nicht betroffen.

Der Tarifstreit für das Boden-und Kabinenpersonal der Lufthansa hat sich am Mittwoch verschärft. Die zweite Runde der Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Unternehmen wurde am Abend in Bad Schwalbach ohne Ergebnis vertagt. Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott rief bereits für den morgigen Donnerstag das Lufthansa Bodenpersonal am Hamburger Flughafen zu einem Warnstreik auf. Die Gewerkschaft rechnet wegen der Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa Technik, den Pushern sowie im Check-In am Flughafen Fuhlsbüttel mit Verzögerungen.

Verdi fordert für die rund 60 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Lufthansa bot zweistufige Erhöhungen von 3,4 und 2,1 Prozent für das Bodenpersonal für eine Laufzeit von 19 Monaten an. Das Angebot im gleichen Volumen für die Kabine stehe unter dem Vorbehalt einer Einigung mit der Kabinengewerkschaft UFO, hieß es bei der Lufthansa. Während der ver.di-Vertrag für das Kabinenpersonal gekündigt ist, läuft der UFO- Vertrag erst zum Jahresende aus. Die Lufthansa betonte die "notwendige Tarifeinheitlichkeit für die Kabinenbeschäftigten".

Neben diesem Streitpunkt liegen die Vorstellungen über die Höhe des Angebots noch weit auseinander. "Es ist dreist, den Menschen, die dem Unternehmen Milliarden eingebracht haben, unter dem Strich nicht einmal die Preissteigerungsrate auszugleichen", sagte Ott in einer Mitteilung. Lufthansa-Verhandlungsführer und Konzernvorstand Stefan Lauer erklärte dagegen: "Mit diesem deutlich verbesserten Angebot in einer Gesamthöhe von 5,5 Prozent und einer Ergebnisbeteiligung sichern wir den Mitarbeitern eine faire Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg der Lufthansa." Zudem werde jedem Mitarbeiter für 2007 eine Ergebnisbeteiligung von durchschnittlich 2,6 Prozent einer Jahresvergütung ausgezahlt.

Beide Seiten wollen nach Gewerkschaftsangaben am 1. Juli einen neuen Einigungsversuch unternehmen. Bis dahin droht ver.di mit weiteren Warnstreiks. "Wenn die Konzernspitze nicht sehr schnell zur Vernunft kommt, werden wir auch andere Standorte der Lufthansa in Deutschland zu Warnstreiks aufrufen", kündigte Ott an.

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