Hauptstadt-Tourismus
Die Hotelbranche boomt in Berlin

In Berlin gibt es einen Hotelboom: Die Hauptstadt lockt nicht nur Touristen aus dem In- und Ausland - auch Investoren kommen und ziehen weiter neue Hotels hoch. Doch mittlerweile gibt es Luxuszimmer zu Ramschpreisen.
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BerlinEine Luxussuite mit Blick auf Gedächtniskirche und Berliner Zoo. Im Frühjahr nächsten Jahres können betuchte Gäste das buchen, wenn das Waldorf Astoria in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm öffnet. Mit seinen 232 Zimmern und Suiten soll das 118 Meter hohe Haus Glamour in die einstige Schmuddelecke am Bahnhof Zoo bringen.

Es wird das erste Waldorf Astoria in Deutschland sein. Aufgemöbelt wird auch die Umgebung: Das nahe gelegene Kino Zoopalast wird geliftet, Berlins Bikini-Haus für 100 Millionen Euro herausgeputzt. Mit der neuen Luxusherberge der Hilton-Gruppe wird Berlin künftig 24 Häuser im absoluten Topsegment haben. Branchenexperten sprechen längst von einem gefährlichen Überangebot.

Zwar legt der Tourismus weiter zu - die 22-Millionen-Marke bei den Übernachtungen ist nah. In Europa belegt die deutsche Hauptstadt bereits Platz drei hinter London und Paris. Vor allem junge Menschen aus aller Welt lockt das Angebot an Clubs und das quirlige Leben in den Kiezen. Zudem wird Berlin als günstige Einkaufsstadt geschätzt. Und die Touristen können sich über im Europavergleich unglaublich niedrige Zimmerpreise freuen. „Da ist die Schmerzgrenze längst überschritten“, klagen viele Hoteliers. Die Auslastung sei zwar Klasse, die Preise aber eine Katastrophe. Durchschnittlich liegt die Zimmerbelegung gegenwärtig bei gut 71 Prozent - eigentlich ein vergleichsweise guter Wert.

Und ein Ende des Hotelbooms ist vorerst nicht abzusehen: Von 2012 an sind mindestens noch 41 Neubauten mit weit mehr als 8000 Betten geplant, geht aus einer aktuellen Dehoga-Statistik hervor. Allein im kommenden Jahr werden wohl 21 Häuser hochgezogen. Am Hauptbahnhof baut der Sheraton-Konzern gerade ein Vier-Sterne-Objekt mit Kongresszentrum.

Von den 464 Zimmern und Suiten können die Gäste teils auf Kanzleramt und Reichstag blicken. Für 50 Millionen Euro baut dort auch die Steigenberger Gruppe ein Mittelklasse-Hotel mit 412 Zimmern und zehn Konferenzräumen.

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