Herrenunterwäsche
Opas Feinripp hat ausgedient

Über das, was Mann trägt, wird viel geschrieben – solange es sichtbar ist. Dabei gibt es auch beim Thema Unterwäsche klare Trends und böse Modesünden. Eng, bunt und unsichtbar: Was der Mann unten drunter tragen darf.
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DüsseldorfWenn es um das Darüber geht, sind sich schnell alle einig. Schlicht soll es sein, edel und stilvoll. Wehe aber, wenn das Darunter in Frage steht. Hier geht es nicht nur um die Qualität. Auch unter dem Anzug darf es frech zugehen.

Farblich dominieren in dieser Saison neben den Klassikern Marine, Rot und Grau leuchtende und kräftige Farben wie Grün, Gelb oder Orange, weiß Unterwäscheexpertin Jennifer Saptura von Otto-Unterwäschetochter Lascana. „Bei den Stoffen punkten weiche und anschmiegsame Materialien wie Mikrofaser. Eng anliegende Boxer sind die Modelle der Saison“, sagt die Kennerin. Die körperbetonten Unterhosen gehören bei der jüngeren Kundschaft zu den Topsellern des Onlineshops. Ihr Vorteil: Sie zeichnen sich nicht unter Anzughosen ab. Feinripp wird hingegen kaum noch gekauft. Marken wie Calvin Klein, Bruno Banani, Puma, HIS oder s. Oliver sind besonders gefragt.

Je nach Alter variieren die Vorlieben für verschiedene Modelle. „Wir konnten beobachten, dass unsere Zielgruppe im besten Alter im Vergleich zu unseren jüngeren Kunden den klassischen Slip bevorzugt, während unsere jüngere Kundschaft eher Hipster, Boxer oder Webboxer bestellt”, sagt Saptura.

Ähnlich sieht es bei Schiesser aus. „Es gibt sicherlich Vorlieben-Unterschiede, aber die sind nicht vom Alter, sondern vom Typ abhängig. Die einen schwören auf 100 Prozent Baumwolle, die anderen lieben Micromodal. Die einen bevorzugen eher hippe Schnittformen, die anderen bestehen auf den perfekten Tragekomfort”, sagt Sandra Erlacher, Produktmanagerin bei der Unterwäschemarke.

Bei kalten Temperaturen sind Unterhemden unverzichtbar. Sie zeichnen sich jedoch oft ab und sorgen für unschöne Hingucker. Unter weißen und hellblauen Hemden empfiehlt es sich, hautfarbene Modelle mit V-Ausschnitt zu tragen. Für noch mehr Tragekomfort sorgt ein flexibler körperbetonter Sitz, ein längerer Schnitt, der ein Hochziehen aus der Hose verhindert, sowie längere Ärmel. Sichtbare oder kratzende Etiketten im Nackenbereich sollte man ebenfalls meiden.

Unterwäsche ist – das gilt für Frauen wie für Männer - im Idealfall nicht zu sehen. Die einzige Ausnahme bilden Socken. Um ein Verrutschen zu vermeiden, muss man beim Kauf auf die richtige Länge und eine hochwertige Materialmischung achten, die Falten verhindert. Die Klassikerfarbe Schwarz sollte hier dominieren. Modisch Interessierte können auch zu Modellen in auffälligen Farben greifen oder sie mit der Farbe der Schnürsenkel oder der Krawatte abstimmen.

Übrigens: Wer beruflich oft draußen unterwegs ist, kann als Alternative zu funktionaler Sportunterwäsche greifen. Sie verfügt über eine hohe Wärmeisolation, eine hohe Atmungsaktivität und gewährleistet einen optimalen Feuchtigkeitstransport.

Annika Reinert
Marie Mertens
/ Freie Modejournalistin

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