Himmlische Ruhe
Mit dem Handy in den Himmel

Im Zeitalter permanenter Erreichbarkeit rüsten immer mehr Fluggesellschaften auf, um vor allem Geschäftsreisenden das mobile Telefonieren auch an Bord zu ermöglichen. Ein Service, der nicht unumstritten ist: Eine überwältigende Mehrheit der Fluggäste fürchtet das Ende aller himmlischen Ruhe.

DÜSSELDORF. Noch im Herbst dieses Jahres will die Deutschland mehrmals anfliegende Dubai-Fluggesellschaft Emirates das Telefonieren mit dem Handy als weltweit erste Airline gestatten. Air France/KLM plant die versuchsweise Einführung der entsprechenden Technik auf „gewissen Strecken“. Und sogar die Passagiere der Billig-Airline Ryanair werden ab spätestens 2008 in sämtlichen Maschinen der irischen Flotte in den Genuss unbegrenzter Erreichbarkeit auch in 10 000 Metern Höhe kommen.

Unumstritten ist diese Art Fortschritt freilich nicht. Zwar scheint die Unbedenklichkeit von Mobilfunk im Luftverkehr durch zahlreiche Studien inzwischen gesichert. Dennoch ist eine überwältigende Mehrheit von Geschäftsreisenden rund um den Globus strikt gegen Handys an Bord. Dabei fürchten sie weniger um ihre Sicherheit als um ihre Ruhe. „75 Prozent unserer Passagiere sagen: Um Gottes willen“, sagt der amerikanische Star-Alliance-Partner United Airlines nach Befragung von rund 8 000 Passagieren. Und auch die Passagiere der Lufthansa-Billig-Enkelin Germanwings sind „einhellig“ gegen das mobile Telefonieren an Bord. Ganz einfach, „weil es stört“.

Für das Gros der Verkehrsfluggesellschaften weltweit kommt die Freigabe mobilen Telefonierens daher nicht in Frage. Statt also einen neuen Service einzuführen, schützen sie eine der letzten Oasen der Kommunikationsgesellschaft: Bei Lufthansa, Air Berlin – ein Sprecher: „Das wollen wir unseren Gästen nicht antun“ – Singapore Airlines, Cathay Pacific, Etihad, Qatar Airways, ANA und Co. wird der Einzelne vorerst auch weiterhin nicht erreichbar sein. Zumindest nicht via Mobilfunk. Denn über Satellitentelefon können Reisende schon lange mit der Außenwelt in Verbindung treten. Fluggesellschaften wie Qatar Airways, Singapore Airlines und Etihad bieten diesen Service sogar in der Economy-Klasse an, zu Gebühren von etwa fünf, sechs Dollar pro Minute - abgerechnet wird via Kreditkarte. Doch genutzt wird das Angebot nur selten, bei Singapore Air beispielsweise nur von ein bis drei Prozent der Fluggäste.

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