Hitzewelle
Ostküsten-Amerikaner leiden unter gefühlten 44 Grad

Mit Evakuierungen, „Kühlzentren“ für Einwohner ohne Klimaanlage und offenen Schwimmbädern bis in die Nacht haben New York und Chicago am Mittwoch auf die brütende Hitze von über 40 Grad Celsius reagiert. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg rief zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt wegen einer Hitzewelle den Notstand aus.

HB NEW YORK/CHICAGO. „Die Hitze ist nicht nur lästig, sie kann lebensgefährlich werden“, sagte er und warnte, die Stadt werde jeden bestrafen, der Strom vergeudet. Da derzeit die Klimaanlagen allerorten auf Hochtouren laufen, stoßen die Stromversorger an ihre Kapazitätsgrenzen.

Auch in der US-Hauptstadt Washington stöhnten die Menschen unter der Affenhitze: Für Mittwoch wurde ein Temperaturrekord von 38,3 Grad Celsius vorausgesagt, die sich wegen der extremen Luftfeuchtigkeit wie 44,4 Grad anfühlen.

In Chicago erlag ein 51-jähriger Mann den Folgen eines Hitzeschlags. Mehr als 1000 Bürger im ärmeren Südteil der Stadt wurden aus ihren ungekühlten Wohnungen geholt. Mitarbeiter der Elektrizitätswerke arbeiteten Doppelschichten, um Störungen umgehend zu beheben und einen massiven Stromausfall zu verhindern.

In New York schaltete das Empire State Building seine berühmten Lichterketten aus. Auch das Chrysler-Gebäude sowie die Brücken über den Hudson hüllten sich in Dunkelheit. Das Rathaus richtete knapp 400 klimatisierte Zentren in allen fünf Stadtbezirken von New York ein. Dort machten es sich vor allem ältere und gesundheitlich angeschlagene Bürger gemütlich. Ebenso suchten Mütter mit kleinen Kindern Zuflucht vor der Gluthitze.

Die Schwimmbäder verlängerten ihre Öffnungszeiten, um auch Berufstätigen nach der Arbeit eine Abkühlung zu bieten. Pfleger und Sozialarbeiter wurden aufgefordert, sich verstärkt um gebrechliche Menschen zu kümmern, die ihre Wohnungen nicht verlassen können. Bloomberg appellierte auch an die Bevölkerung, ein Auge auf die Nachbarn zu halten.

Trotz der Aufforderung, sparsam mit Energie umzugehen, war der Stromverbrauch durch Klimaanlagen, Ventilatoren und auf Maximum gestellte Kühl- und Gefrierschränke von Tag zu Tag gestiegen. Öffentliche Gebäude nutzten ihre Notaggregate, um das Stromnetz zu entlasten. Bloomberg und die Elektrizitätsunternehmen appellierten an die großen Firmen, den Stromverbrauch zu drosseln: Sie sollen Klimaanlagen herunterfahren und Fahrstühle abschalten. In Kalifornien hatte unlängst eine zweiwöchige extreme Hitzewelle nach bisheriger Kenntnis 140 Menschen getötet.

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