Hochgeschwindigkeitszug
Surfen bei Tempo 300 im neuen Thalys

Dank eines neuen Streckenabschnitts zwischen Aachen und Lüttich werden Reisende des Thalys künftig nur noch gut drei Stunden von Köln bis Paris brauchen. Fachleute erwarten, dass der Thalys vor allem Geschäftsreisende zum Umsteigen vom Flug auf die Bahn bewegen wird. Pünktlich zur neuen Schnellverbindung wurde auch das Angebot aufgefrischt.
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KÖLN. Die dunkelrot-silbernen Wagenschlangen des Hochgeschwindigkeitszuges Thalys gehören seit über einem Jahrzehnt zum fahrplanmäßigen Anblick im Kölner Hauptbahnhof. Vom Rhein bis an die Seine dauerte die Reise bislang knapp vier Stunden. Ab Dezember rücken die beiden Metropolen noch näher zusammen: Ganze drei Stunden und 15 Minuten wird der Thalys dann vom Dom bis zur Gare du Nord mitten in Paris brauchen.

Möglich wird das neue Tempo durch ein weiteres Stück schneller Strecke: Zwischen Aachen und Lüttich ist in mehrjähriger Bauzeit eine neue Bahntrasse entstanden, so dass für den Thalys eine durchgehende Hochgeschwindigkeitsstrecke von Aachen bis Paris zur Verfügung steht. Auf dem Abschnitt Köln - Aachen bleibt es bei Tempo 160.

Das neue Fahrplanangebot sieht weiterhin sechs tägliche Züge in beiden Richtungen vor. Die gewonnene Fahrzeit ermöglicht Geschäftsreisenden nahezu komplette Arbeitstage in Paris: Wer den ersten Zug um 6.44 Uhr in Köln nimmt, kommt laut dem von Thalys veröffentlichten Plan ab Mitte Dezember um 9.59 Uhr in Paris Nord an. Die letzte Rückfahrt startet um 18.01 Uhr. Attraktiv sind auch die Reisezeiten nach Brüssel, die nur knapp über eindreiviertel Stunden liegen. Interessant werden auch Anschlüsse an den "Eurostar" nach London via Kanaltunnel.

Fachleute erwarten, dass der Thalys - ein Gemeinschaftsprodukt der vier Staatsbahnen auf seinen Fahrstrecken Paris - Brüssel - Amsterdam/Köln - genauso wie die Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Frankfurt beziehungsweise Stuttgart und Paris vor allem Geschäftsreisende zum Umsteigen vom Flug auf den Zug bewegen wird. Wer etwa von Düsseldorf oder Köln/Bonn nach Paris Charles-de-Gaulle fliegt, muss im Normalfall für die Reise von City zu City erheblich mehr Zeit einplanen als mit dem Thalys. Auch ohne Flugverspätungen kostet die letzte Etappe vom weit außerhalb liegenden französischen Hauptstadt-Flughafen viel Zeit.

Bei Top-Verbindungen der Schiene, wie etwa Paris - Brüssel oder Paris - London bevorzugen bereits vier von fünf Passagieren den schnellen Zug. Und zwischen Köln und Frankfurt gibt es seit der Inbetriebnahme der ICE-Linie mit Reisezeiten von eineinviertel Stunden von Stadtzentrum zu Stadtzentrum überhaupt keine Flüge mehr.

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