Hotelklassifizierungen in Arabien
Tausendundein Stern

Grandhotel oder Pension Erika? Hotelklassifizierungen sind meist nur verlässliche Wegweiser zu „Schuhputzutensilien“ und „Einzelflakons“. Wenigstens in Arabien können Sterne doch lügen oder zumindest mit der Wirklichkeit ein bisschen relativ umgehen.

Neulich in Arabien. Da durfte Ihr Business-Traveller in einem Hotel übernachten, das der Sohn des Regionalpotentaten eingeweiht hatte, und vor dem jede Menge Klassifizierungssterne funkelten. Luxus! Wohlergehen! Tausendundeine Nacht! Denkste. Das Zimmer, in das ich einquartiert wurde, hatte alles Mögliche. Nur kein Fenster und schon gar keine funktionierende Klimaanlage. Was folgte, war eine Lange Nacht der Klaustrophobie.

Und was wir alle daraus lernen, ist, dass Sterne eventuell doch lügen, zumindest mit der Wirklichkeit ein bisschen relativ umgehen, jedenfalls in Arabien. Hier zu Lande feierte sich die Beherbergungsbranche im vergangenen Jahr ein bisschen selbst – seit zehn Jahren gibt’s „Deutschland, deine Sterne“. Seither können wir in Deutschland zwischen 8 100 Hotels wählen, an die bis zu fünf Klassifizierungssterne vergeben wurden, um sie von „Tourist“ (1 Stern) bis „Luxus“ (5 Sterne) unterscheiden zu können. Dazwischen reihen sich „Standard“ (2 Sterne), Komfort (3 Sterne) und First Class (4 Sterne) ein. Um das Beherbergungsfirmament unübersichtlicher zu machen, treffen wir da und dort auf die S-Klasse „Superior“, mit der, nach offizieller Lesart, Spitzenbetriebe innerhalb der einzelnen Kategorien gekennzeichnet sind, die sich durch ein „besonderes Maß an Dienstleistungen“ auszeichnen.

Zu ihren Sternen kommen Deutschlands Hotels durch ein Punktesystem, in dem etwa Zimmergrößen eine Rolle spielen, Roomservices, „Sitzgelegenheiten pro Bett“, Bademäntel, Schuhputzutensilien oder „Körperpflegemittel in Einzelflakons“. Wer einen Fernseher mit Programmheft anbietet, wird besser kategorisiert als ein programmheftfreies Hotelunternehmen. Dieses kann dann eventuell mit dem Angebot einer „Kegelbahn“ (2 Extrapunkte) oder eines Hotelpagen (10 Extrapunkte) nach den Sternen greifen. Aber im Ernst: Die freiwillige Hotelklassifizierung hat sich in Deutschland bewährt – die Sterne sind für den überschlägigen Überblick auf ein regionales oder städtisches Angebot eine ordentliche Möglichkeit (» www.hotelsterne.de).

Leider sind die Klassifizierungen innereuropäisch nicht durchweg zu vergleichen, Österreichs Sterne funkeln anders als etwa die der Niederlande, deren Classement auf 25 Seiten pingeligst aufgelistet ist, bis hin zum Papierkorb. Und global gesehen? Mindestens drei „einzige 7-Sterne-Hotels der Welt“ könnte Ihr Business-Traveller auflisten, Eins davon natürlich in Arabien.

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