Impfschutz für Vielreisende
Das Risiko fliegt mit

Globalisierung gefährdet die Gesundheit: Infektionskrankheiten sind kein exotisches Übel mehr. Im Zuge des boomendem Flugtourismus zählt etwa das von Mücken übertragene Dengue-Fieber heute zu den häufigsten nach Deutschland importierten Tropenkrankheiten. Vor allem Vielreisende müssen auf die richtige Prophylaxe achten.

DÜSSELDORF Die Meldungen der internationalen Gesundheitsdienste klingen immer bedrohlicher: Gelbfieber-Tote in Brasilien, Dengue-Opfer in Südostasien, Hepatitis-A-Epidemie in Südchina sowie eine vergrößerte Gefahr Japanischer Enzephalitis in Indien. Im Zuge von Klimawandel, Globalisierung und boomendem Flugtourismus zählt beispielsweise das von Mücken übertragene Dengue-Fieber heute "zu den häufigsten nach Deutschland importierten Tropenkrankheiten" schätzt die Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten. Selbst besiegt geglaubte Seuchen wie etwa Tuberkulose tauchen wieder auf.

Für den Leiter des Tropeninstituts in Hamburg, Manfred Dietrich, war das absehbar: "Die Globalisierung der Wirtschaft geht einher mit der Globalisierung der Krankheiten". Wer in ferne heiße Länder reist, ist meist sensibilisiert. Im aktuellen "Sicherheitsbarometer" der Elvira Reiseversicherung etwa führt die "Furcht vor Krankheit auf Reisen" das Ranking der "am häufigsten erwarteten Reiserisiken" mit 72 Prozent deutlich an - weit vor Unfall, Kriminalität, Unwetter und Unruhen.

Doch exotische Gesundheitsrisiken lauern nicht nur in tropischen Gefilden. Viren und Bakterien, die noch vor wenigen Jahren überwiegend auf anderen Kontinenten existierten, kommen hierzulande heute ebenso vor wie die damit verbundenen seltenen Krankheiten wie etwa Leishmaniose, West-Nile-Fieber oder Chikungunya. Inzwischen sind sogar die erste Dengue-Fieber übertragenden Tiger-Mücken in Europa aufgetaucht - in Kroatien ebenso wie in Südfrankreich.

Und auch die so genannten Kinderkrankheiten werden in ihren Folgen vielfach unterschätzt. Beispiel Masern. "Masern sind eine sehr ansteckende fieberhafte Viruserkrankung, bei der schwere Komplikationen auftreten können, die in seltenen Fällen tödlich enden", warnte Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts anlässlich der Eröffnung der 3. Europäischen Impfwoche im April dieses Jahres.

Ausgerechnet die gesundheitlich mustergültig organisierte Schweiz erlebte in diesem Jahr die größte Masern-Krankheitswelle seit Einführung der Meldepflicht 1999. "Wer eine Reise in die Schweiz plant, sollte seinen Schutz gegen Masern prüfen", rät deshalb Thomas Jelinek vom CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

Nicht zu unterschätzen auch die bösartigen Folgen eines Zeckenbisses: Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzepahlitis nach einem scheinbar harmlosen Waldspaziergang haben schon Vielen langfristige gesundheitliche Schäden zugefügt. Auch die Vogelgrippe tritt nach dem "Boom-Jahr" 2006 in heimischen Gefilden derzeit zwar nur noch lokal auf. Dafür ist sie weltweit aber alles andere als inaktiv. Das Centrum für Reisemedizin warnt: "Von den 28 Ländern, die im letzten Jahr Auftritte von Influenza A (H5N1) meldeten, liegen 17 in Asien, vier in Afrika und sieben in Europa."

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