Incentives
Mit Augenmaß und Emotion aus der Krise

Geschenke erhalten die Freundschaft - das galt bisher auch im Geschäftsleben. Doch in der Krise haben die Controller die Incentives als Sparpotential entdeckt. Statt weiterhin auf Luxus- und High-Tech-Präsente für Angestellte und Kunden zu setzen, propagieren sie eine neue Bescheidenheit.

FRANKFURT. Unsicherheit und Ängste prägen derzeit das Geschäftsklima in Deutschland. Die Krise hemmt Produktivität, Kreativität und Fortschritt made in Germany. Eine fatale Folge: Controller entdecken Incentives als lohnendes Spar-Potenzial. Mitarbeiter-Motivation oder Kundenbindung verlieren in vielen Unternehmen derzeit an Stellenwert.

Falsch, sagen Experten wie Ray Bloom. Unternehmen, die so handeln, hätten den Sinn und Zweck solcher Programme nicht richtig verstanden. Nicht um Party und Spaß gehe es bei Incentives. Die eigenen Mitarbeiter für das Unternehmen und seine Ziele begeistern, Kunden auf Dienste und Leistungen einschwören - darauf komme es gerade in den derzeit trüben Tagen an - und nicht erst, wenn die Weltwirtschaft wieder anspringt.

Bloom steht nicht alleine mit seiner Meinung da. Morgen beginnt in Frankfurt die Fachmesse Imex, der international führende Branchentreff für Meetings und Incentives. Die Veranstaltung, deren Chef der Incentive-Experte aus London ist, vermeldet neue Rekordzahlen von Ausstellern und Besucheranmeldungen. Die Spezialisten wissen: Gerade in der Krise ist das Miteinander so wichtig.

Ohnehin hat sich das schillernde Geschäft mit Incentives gewandelt. Die Zeiten von Party-, Luxus- und High-Tech-Rekorden sind längst vorbei. Die neue Bescheidenheit: Wie bei Flug- und Bahnreisen geht es ab ins billigere Segment. "Von der 5-Sterne-Hotellerie geht's in 4-Sterne, von vier Sternen in 3-Sterne-Hotels. Statt drei Tagen dauert ein Incentive heute zwei Tage, von der Stadt geht's auf Land, und statt eines Gala-Abends gibt's ein schlichteres Abendessen", beschreibt der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren, Gerhard Bleile, die aktuelle Sparsamkeit.

Motivation also mit mehr Augenmaß. Zwar hat die Hotellerie mit Massenstornierungen in Dimensionen von 30 Prozent zu kämpfen. Doch, so Bleile, "70 Prozent der Unternehmen führen nach wie vor Veranstaltungen durch und sprechen mit Incentive- und Eventagenturen." Veranstaltungsplanung sei heute fester Bestandteil eines integrierten Marketingkonzepts - auch ohne teure Hotel-Leistungen.

Das jüngste Trendbarometer zum Thema Incentive-Reisen der auf dieses Geschäft spezialisierten Agentur Quasar Communications bestätigt dies. Danach haben mehr als drei Viertel (77,1%) der befragten Entscheider Incentive-Reisen als Marketing- bzw. Vertriebsinstrument bereits eingesetzt, 78,8 Prozent halten diese Maßnahme sogar "für wichtig bis sehr wichtig als effektive Motivationsund Bindungsmaßnahme für Kunden und Mitarbeiter".

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