Indien
Luxushotels nach Terror von Bombay wiedereröffnet

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind weniger als einen Monat nach den Terrorattacken in der westindischen Finanzmetropole Bombay die beiden damals von Terroristen besetzten Luxushotels wiedereröffnet worden. Das "Taj-" und das "Trident- Oberoi-Hotel" begrüßten am Sonntag nach umfangreicher Renovierung die ersten Gäste.

HB NEU DELHI. Während der dreitägigen Terrorserie Ende November hatten Extremisten in den beiden Hotels Dutzende Gäste und Angestellte als Geiseln genommen und erschossen. Ratan Tata, der Chef der Tata-Gruppe, zu der das "Taj-Hotel" gehört, erinnerte bei der Wiedereröffnung an die Opfer. Bei den verheerenden Angriffen waren mehr insgesamt als 170 Menschen getötet worden, darunter drei Deutsche.

Das "Taj" und das "Trident-Oberoi" sind noch nicht vollständig wiederhergestellt. Im "Taj", einem der berühmtesten Hotels Indiens, öffnete nur der neue Flügel. Der mehr als 100 Jahre alte Teil des Hotels, in dem bei den Gefechten mehrere Feuer ausgebrochen waren, bleibt noch einige Monate geschlossen. Auch im "Trident-Oberoi-Hotel" steht wegen Renovierungsarbeiten nach den Gefechten in den kommenden Monaten nur ein Teil der Zimmer zur Verfügung. Tata sagte, wenn der historische Flügel des "Taj-Hotels" wieder eröffnet sei, werde man damit auch im Namen Bombays die Nachricht aussenden: "Man kann uns wehtun, aber man kann uns nicht k.o. schlagen." Im "Trident-Oberoi" wurden Gebete aller großen Religionen gesprochen. Private Sicherheitsleute kontrollierten alle Eingänge. Taschen wurden mit Metalldetektoren und Röntgen-Scannern geprüft und alle Besucher abgetastet.

Indien macht Hintermänner in Pakistan für die Terrorangriffe verantwortlich, die die Spannungen zwischen den beiden Atommächten verschärft haben. Der indische Außenminister Pranab Mukherjee wies am Sonntag Vorwürfe der pakistanischen Regierung zurück, man habe nicht genug Beweise übermittelt. "Es wurden genug Beweise an Pakistan gegeben", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI im ostindischen Kalkutta. "Pakistan muss kooperieren und uns nicht widersprechen."

Die Behörden im südwestindischen Urlaubsziel Goa untersagten unterdessen aus Angst vor möglichen Terroranschlägen die unter Touristen beliebten Strandpartys zu Weihnachten und Silvester. Nach den Terroranschlägen in Bombay im vergangenen Monat dürften vorsorglich vom 23. Dezember bis zum 5. Januar keine derartigen Feste stattfinden, hieß es in Medienberichten am Sonntag. Die Zeitung "Times of India" berichtete, das Verbot sei auf Betreiben der Polizei verhängt worden. Demnach gebe es Geheimdiensthinweise, dass das beliebte Urlaubsziel "Goa im Allgemeinen und Ausländer im Besonderen" Ziel von Terrorattacken werden könnten.

Die Polizei in Goa sowie die Küstenwache seien verstärkt worden. Bei dem Terrordrama von Bombay waren die Angreifer per Schiff über das Meer gekommen. Die berühmten Strände von Goa ziehen jährlich mehr als zwei Mio. Urlauber an. Besonders zum Jahreswechsel besuchen zehntausende Touristen Goa.

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