Joseph Beuys
Zwischen Fettecken und hoher Kunst

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Beuys war nicht nur ein Meister der Stoffe, sondern auch der Aktionen. Nach Ansicht der Künstlerischen Direktorin der Kunstsammlung NRW, Marion Ackermann, die eine große Retrospektive zu Beuys kuratiert hat, durchbricht das Werk „die Grenzen der künstlerischen Disziplinen, hat das Theater stark beeinflusst und definiert insgesamt eine Veränderung des herkömmlichen Werkbegriffs“.

Dabei hatte der strenge Kunstprofessor eine ganze Menge Humor. Ob der „mit Fett verlängerte Spazierstock“ oder „anschwebende plastische Ladung vor Isolationsgestell“ - die Titel der Werke sind so rätselhaft wie witzig. Dass man aber mit Fettecken auf dem Kunstmarkt Höchstpreise erzielen konnte, empörte viele. „Dabei haben die Fettecken nie gestunken“, schmunzelt Stüttgen. „Ich kann das beurteilen, weil ich lange mit ihnen gelebt habe.“

25 Jahre nach seinem Tod boomt Beuys. Mehrere Ausstellungen bundesweit waren ihm in jüngster Zeit gewidmet, zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten wurden über ihn geschrieben. Für Stüttgen ist Beuys eine „Jahrhundertfigur“, die über die Kunst im herkömmlichen Sinne hinausgewachsen ist.

Und noch etwas mache Beuys aus: Der Geheimnischarakter seiner Werke. „Je tiefer ich eindringe, umso größer wird das Geheimnis.“ Hasen, Hirsche, Fabelwesen bevölkern das Werk des Künstlers. Mythen, physikalische und geistige Energieformen beschäftigten Beuys. Er verbrachte drei Tage mit einem Kojoten in einer New Yorker Galerie und erklärte einem toten Hasen, den er auf dem Arm trug, Bilder. „Man lernt am Werk von Beuys, dass nicht alles erklärbar ist“, sagt die Kunstsammlungschefin Ackermann.

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