Interview Georg Weber
„Nicht wegen des Geldes“

Der Unternehmer Georg Weber hat 2003 ein 50 Hektar großes Grundstück in der italienischen Toskana gekauft und dort ein Weingut eröffnet. Über seine Beweggründe sprach der 35-jährige Münchner mit Handelsblatt Online.
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Georg Weber ist Geschäftsführer der familiengeführten Gartencenter-Kette Dehner mit mehr als 100 Niederlassungen und knapp 5000 Mitarbeitern. Und er ist Weinliebhaber. Wenn er über Wein spricht, dann gerät der Betriebswirt sofort ins Schwärmen. Das war während des gesamten Interviews zu spüren.

Was hat Sie bewegt, ein Weingut zu gründen?

Georg Weber: Aus Liebe und Leidenschaft zum Wein. Während meiner Studienzeit bin ich durch die Weingebiete Napa Valley in Kalifornien und Bordeaux gereist und habe dort tolle Genußmenschen getroffen. Ganz nebenbei: Weinregionen sind auch tolle Urlaubsziele. Und aufgrund der Reisen und der vielen Erlebnisse in anderen Weingütern war mir bereits vor dem Startschuss für Monteverro klar: Wenn ich einen Wein produziere, dann nur im Premium-Bereich.

Warum sind Sie dann in Italien „gelandet“?

Napa Valley ist sehr weit weg und im Bordeaux ist es sehr schwer, als Ausländer Fuß zu fassen. Und in der Maremma-Region, dem südlichen Teil der Toskana, hat die Landschaft an der Küste ein sehr großes Potenzial für gute Weine. Das haben uns auch die Bodenanalysen bestätigt.

Aber warum haben Sie nur ein Grundstück und kein bestehendes Weingut gekauft?

Wir haben mehrere unter die Lupe genommen. Aber alle hatten irgendwelche Mängel. Beim dem einen war der Weinkeller zu klein, oder der Boden nicht gut genug für große Weine. Da war es besser, ein Grundstück zu kaufen und von Grund auf neu zu planen. So konnten wir eine traubenschonende Anlage bauen, die alleine mit der Schwerkraft funktioniert.

Sie werden kritisiert, dass auf Monteverro nicht einheimische, sondern französische Rebsorten angepflanzt werden. Warum setzen Sie nicht auf italienische Trauben?

Das hängt mit dem Klima und dem Boden zusammen. Die kühlen Winde in der Maremma sind ideal für französische Rebsorten. Wir erzielen beispielsweise mit der Rebsorte Cabernet Franc, die eigentlich in Frankreich heimisch ist, auf dem Monteverro-Gebiet außergewöhnlich gute Ergebnisse. Die bedeutende italienische Sangiovese-Traube gedeiht besser im Chianti-Gebiet oder in Montalcino.

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