Interview Nomacorc „Gleicher Wein reift mit Naturkork unterschiedlich“

Nomacorc ist mit zwei Milliarden produzierten „synthetischen“ Weinverschlüssen jährlich Weltmarktführer. Das Handelsblatt sprach mit Nomacorc-Vertreter Stefan M. Friedrich, warum Naturkorken nicht mehr in die Zeit passen.
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Weinliebhaber Jürgen Röder.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Warum sollen Winzer denn einen synthetischen Korken anstelle eines Naturprodukts nehmen?

Stefan Maria Friedrich: Etwa 3-4 Prozent aller Weine - die Schätzungen gehen weit auseinander - haben einen Korkfehler. Das kann für die Winzer einen erheblichen finanziellen Verlust bedeuten. Schließlich kommen nur wenige Kunden wieder und lassen den Wein umtauschen. Die meisten Kunden kippen den Wein mit Korkfehler weg und kommen meist nie wieder. Und wenn der Wein nur leicht korkig ist und der Fehler nicht erkannt wird sondern der Qualität des Weines zugeordnet wird, dann ist der Kunde für immer verloren.

Außerdem ist Naturkork ein heterogenes Naturprodukt, welches den Wein je nach Flasche unterschiedlich reifen lässt. Dies lässt sich anhand der unterschiedlichen gemessenen Sauerstoffeinträge der Korken nachvollziehen. Jeder Winzer kennt das, mehrere Flaschen eines Weines mit Naturkork geöffnet, variiert der Entwicklungsstand der Weine von recht verschlossen bis deutlich gereift. Dies passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit, wo der Kunde einen optimalen Wein und ein reproduzierbares Geschmackserlebnis erwartet.

Wie kommt es denn zu Korkfehlern?

Korkschmäcker werden durch die Substanz TCA = Trichloraniso verursacht. Diese wird bei der Korkherstellung von Mikroorganismen gebildet. Es reichen bereits geringste Mengen, um einen Wein zu zerstören, denn für den menschlichen Gaumen kann schon ein Milliardstel Gramm in einem Liter Flüssigkeit wahrnehmbar sein.

Warum gilt in Deutschland bei vielen Weinkennern der Naturkorken als der Beste?

Die Weinbranche ist eine immer noch recht traditionelle Branche. Mit dem Naturprodukt Wein wird oft der traditionelle Naturkork verbunden. Die Nachteile werden für eine vermeintliche höhere Wertigkeit  in Kauf genommen. Im Ausland ist das anders. Nicht wenige Weingüter in Kalifornien und sogar in Frankreich haben sich bereits entschlossen, ihre Flaschen mit einem Schraubverschluss zu versehen. Selbst feiner Bordeaux-Wein bildet da keine Ausnahme.

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„Traubensorte hat keinen Einfluss auf die Wahl des Korkens“
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