Jürgens Weinlese: „Deutsche Weine sind unterbewertet“

Jürgens Weinlese
„Deutsche Weine sind unterbewertet“

Weine aus Deutschland sind derzeit gefragt - selbst mit nur neun Jahren alten, edlen Tropfen lassen sich hohe Preise erzielen. Welche Weine zu welchen Preisen sich Liebhaber und Anleger nun in den Keller legen sollten.
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Bei einer Versteigerung in London erzielte ein Weinliebhaber Mitte Februar für seine sechs Flaschen Scharzhofberger Trockenbeerenauslese, Jahrgang 2005, insgesamt 17 625 britische Pfund – umgerechnet mehr als 23 000 Euro. Die Summe für diesen neun Jahre alten Tropfen lag mehr als 6.000  Pfund (7284 Euro) über dem Schätzpreis. Eine Magnumflasche desselben Weins wechselte für 4700 Pfund (5700 Euro) den Eigentümer.

„Wir haben diese Preise mehrfach kontrolliert, bevor wir sie in unsere Datenbank aufgenommen haben“, so Ron Freund, CEO von Wine-Stocks. Er war von diesen Ergebnissen auch überrascht. Sein Unternehmen sammelt, verarbeitet und analysiert, die Preise von Weinauktionen weltweit. (Mehr zu Wine-Stocks)

Auch die anderen Preise für deutsche Weine bei der Londoner Auktion überraschten: Für drei Flaschen Joh. Jos. Prüm Wehlener Sonnenuhr 1971 zahlte ein Liebhaber 2937 Pfund (35672 Euro) und sechs Flaschen Scharzhofberger Eiswein 2002 kosteten 7638 Pfund (9265 Euro).

Mit diesen gesammelten Auktionspreisen weltweit bildet Wine-Stocks beispielsweise Indizes für Weine, die ein ähnlich hohe Aussagekraft wie Börsenindizes haben, da sie auf realen Preisen beruhen. Im deutschen Weinindex (GER 1) beispielsweise sind 50 verschiedene Weine vertreten. Hier dominieren drei Weingüter: Neben Egon Müller noch Joh. Jos. (JJ) Prüm, die beide an der Mosel liegen, sowie Dönnhoff in der Nahe-Region. Sie bilden zusammen mit 26 Weinen mehr als die Hälfte des gesamten Index. Sinkt das Handelsvolumen eines Weines deutlich, wird er ersetzt. In den vergangenen 14 Jahren erfolgten 56 Indexwechsel.

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