Jürgens Weinlese: „Deutscher Wein hat sehr gute Zukunftsperspektive“

Jürgens Weinlese
„Deutscher Wein hat sehr gute Zukunftsperspektive“

Wie führt eine frühere Beraterin für Private-Equity-Fonds ein Weingut? Wird sie als „Heuschrecke“ die Branche konsolidieren? Ihr Weingut hat Tradition, viele Staatsmänner aus aller Welt haben die Weine schon getrunken.
  • 0

Über „Effizienz von Banken“ schrieb Carmen von Nell-Breuning  ihre Doktorarbeit. Und arbeitete zehn Jahre lang in der  Finanzbranche in Luxemburg. Seit Mitte des Jahres ist aus der erfolgreichen Beraterin für Private-Equity-Fonds eine Unternehmerin geworden: Die 36-Jährige übernahm das elterliche Dominikaner Weingut C. von Nell-Breuning im Ruwertal vor den Toren Triers.

„Wein fasziniert mich, und ich bin überzeugt, dass deutscher Wein eine sehr gute Zukunftsperspektive hat“, begründet die promovierte  Betriebswirtin ihren Wechsel. Hinzu kommt bei einem Weingut, dessen Tradition als Winzerfamilie bis ins Jahr 1670 zurückreicht, auch die Verneigung vor dem Lebenswerk der Familien. 

Den Doppelnamen von Nell-Breuning trägt das Weingut seit dem Jahr 1987, als der bekannte Theologe und Sozialphilosph Oswald von Nell-Breuning („Nestor der Katholischen Soziallehre“) seinen Namenszusatz an seinen Neffen und Patensohn Christoph von Nell übergeben hat, der damals das Weingut leitete.

Carmen von Nell-Breuning arbeitete zuletzt bei der Wirtschaftsprüfungs- und -beratungsgesellschaft EY (vormals: Ernst & Young) in leitender Funktion im Bereich Private Equity. Aber wird sie auch als „Heuschrecke“ andere Weingüter übernehmen? „Nein“, lacht die Betriebswirtin, „das habe ich nicht vor.“ Vergrößern will sie ihr Weingut aber schon. Das hat derzeit mit einer Fläche von sieben Hektar, ausschließlich in Steillagen, eine mittlere Größe. Vergrößern will sie aber nur durch Zukäufe von weiteren Flächen. 

Das Ruwertal bietet ideale Voraussetzungen für erstklassige Rieslingweine, weil das enge Tal  für ein optimales Klima sorgt. Die Schieferverwitterungsböden sind zudem ein ausgezeichneter Wärmespeicher, was für eine lang reifende Traube wie den Riesling entscheidend ist. Darüber hinaus produziert das Weingut auch Riesling-Sekte nach Champagner-Methode in traditioneller Flaschengärung mit mehrjährigem Hefelager sowie feinfruchtige Spätburgunder-Rotweine. Erst dieser Tage errang das Weingut auf der Berliner Wine Trophy drei Mal Gold.

Seite 1:

„Deutscher Wein hat sehr gute Zukunftsperspektive“

Seite 2:

Kontakte zu den „Großen der Welt“

Kommentare zu " Jürgens Weinlese: „Deutscher Wein hat sehr gute Zukunftsperspektive“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%