Jürgens Weinlese
Die neuen Goldgräber

Vor rund 150 Jahren suchten Abenteurer noch im Süden von Neuseeland nach Gold. Nun produzieren dort Winzer in der malerischen Landschaft einzigartige Rotweine. Eine Reise durch das südlichste Weinanbaugebiet der Welt.
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„Dös is a total technischer Wein“. Die Verärgerung ist Rudi Bauer bei einer  Verkostung von verschiedenen Rotweinen aus dieser Region anzumerken. Was der österreichische Winzer damit meint: Die Geschmackseindrücke des Weins in seinem Glas sind nicht im Weinberg entstanden, sondern im Weinkeller hinzugefügt worden. Das ist für einen Winzer mit hohen Ansprüchen wie Bauer nicht gut genug. Für ihn wird ein guter Wein im Weinberg gemacht - und nicht im Keller.

Der Wein, den der Salzburger kritisiert, stammt nicht vom Neusiedlersee oder von Weinreben an der Wachau, sondern wird auf der Südinsel von Neuseeland produziert, im südlichsten Weinanbaugebiet der Welt: Central Otago. Dort besitzt Rudi Bauer ein eigenes Weingut mit Namen Quartz Reef.

In der Region, rund 2000 Kilometer von der Antarktis entfernt, herrscht „Goldgräberstimmung". Doch anders als vor rund 150 Jahren, als viele nach Central Otago kamen, um mit der Suche nach dem Edelmetall schnelles Geld zu machen, sind die neuen „Goldgräber“ gekommen, um zu bleiben. Mittlerweile haben dort rund 65 Weingüter ihre Flächen für den Weinbau aufbereitet, Reben gepflanzt und bewirtschaftet, um daraus Wein herzustellen.

All das in einem spektakulären Anbaugebiet mit Weinbergen auf malerischen Plateaus, umgeben von Bergen, übersät mit Gebirgsseen und tiefen Stromschluchten. Die Lage innerhalb der Gebirgsketten sorgt für sehr kalte Winter, heiße Sommer, kühle Nachttemperaturen  und sehr niedrige Niederschlagsmengen.  Frost ist aufgrund der Nähe zum Ozean selten. Dieses eher kontinentale als mediterrane Klima zusammen mit den schiefer- und glimmerhaltigen Böden bildet eine ideale Grundlage für die rote Rebsorte Pinot Noir, die in Deutschenland  Spätburgunder genannt wird und hierzulande die wichtigste Rotweintraube ist.

Diese Rebsorte gilt als Diva, weil sie nicht einfach anzubauen ist. Sie braucht viel Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl und ist anfällig gegenüber Krankheiten. Die Haut der Trauben ist sehr dünn, so dass diese schnell verletzt werden kann, was zum Eindringen von Krankheitserregern sowie zur frühzeitigen Gärung führen kann.  Es ist keine Traube für mediterranes Klima, sondern entwickelt die besten Aromen in kühleren Regionen wie Deutschland oder wie hier Neuseeland.

Kommentare zu " Jürgens Weinlese: Die neuen Goldgräber"

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  • Die Äste der Weinstöcke werden an Drähte gebunden, die alle 3-4 m an chemisch behandelte Holzstämme befestigt werden (H4 Klassifikation).
    Eine Art 'slow release' von Giftstoffen sozusagen.
    Na dann mal Prost!

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