Jürgens Weinlese
„Die Preise gehen kontinuierlich aufwärts“

Das toskanische Spitzenweingut Ornellaia versteigert weltweit erstmals gereifte Jahrgänge. Im Interview erläutert der CEO Giovanni Geddes da Filicaja das Projekt, bei dem auch Flaschen im Fachhandel verkauft werden.

DüsseldorfOrnellaia zählt mit seinem gleichnamigen Topwein und dem Masseto zu den führenden Weingütern Italiens. Das Unternehmen schafft es, die beiden prestigeträchtigen Weine aus der Toskana jedes Jahr für eine dreistellige Euro-Summe zu verkaufen. Zusätzlich werden von jedem Jahrgang einige Flaschen Ornellaia von international bekannten Künstlern gestaltet - ähnlich wie das französische Weingut Mouton Rothschild es macht. 2016 war es der Japaner Yutaka Sone, der die Ornellaia-Line Elegance gestaltet. Die Erlöse aus dem Verkauf dieser Weine werden gespendet. Zusätzlich öffnet das Weingut in diesem Jahr seinen Keller und verkauft mit dem Projekt "Archivo Storico" einen großen Teil seiner gereiften Jahrgänge, die meisten Flaschen über das Auktionshaus Sotheby's in New York, Hongkong und London.. Zum Oktober dieses Jahres werden noch 150 Kisten mit jeweils einer Flasche der Jahrgänge 1994 bis 1999 an ausgewählte Fachhändler verkauft. Über das Projekt "Archivo Storico" sprachen wir mit dem Chef des Unternehmens, Giovanni Geddes da Filicaja.

Hallo Herr Geddes da Filicaja, als Sie 1999 bei Ornellaia anfingen, hatten Sie da bereits  das Ziel, ihre älteren Jahrgänge über eine Auktion zu verkaufen?
Nein, damals habe ich noch nicht daran gedacht. Wir haben vor rund vier Jahren angefangen, den Verkauf zu planen. Denn wir haben nur eine sehr limitierte Sammlung von älteren Weinen. Wir verkaufen diese wenigen Flaschen in einzigartiger Weise. Mit einem neu gestylten Etikett, das klar ausdrückt: Der Wein stammt aus unserem historischen Weinarchiv. Es ist ein Ornellaia, es ist der gleiche Wein, aber anders aufgrund seines älteren Jahrgangs.

Sie verkaufen den Großteil ihrer älteren Jahrgänge per Auktion über Sotheby‘s. Könnte das ein Vorbild für andere italienische Weingüter sein?
Was wir machen ist bislang einzigartig. Kein anderes Weingut hat bislang seine älteren Jahrgänge in dieser Form verkauft. Auch nicht in Bordeaux. Dort halten sie einen Jahrgang zurück, verkaufen diesen dann später möglichst komplett. Nur die Champagner-Hersteller Krug und Dom Perignon haben in früheren Zeiten so etwas ähnliches gemacht

Wie viele Flaschen verkaufen Sie denn?
So genau weiß ich das nicht, aber es handelt sich nur um eine kleine Menge. Bei der Hälfte der insgesamt zehn verschiedenen Jahrgänge sind es die letzten Flaschen. Es ist nur eine kleine Menge, der Verkauf ist aber mehr als eine Werbeaktion.

Wie hoch soll der Umsatz bei den Auktionen sein?
Wir haben keine genauen Umsatzziele, wir werden sehen, was wir erlösen können.

Wie gehen sie mit dem Problem der massiven Fälschungen um?
Jede einzelne Flasche wurde von Serena Sutcliffe, Master of Wine und Ehrenvorsitzende von Sotheby’s Wine Department, zusammen mit uns überprüft. Wir haben uns jeden Korken genau angeschaut. Wir haben eine Sicherheitsmarkierung auf jeder Flasche. Damit ist gesichert, dass jede Flasche echt ist. Mit dieser Technologie können die Konsumenten ihren individuellen alphanumerischen Referenzcode auf der Website von Ornellaia kontrollieren oder den QR-Code direkt von den Flaschen scannen.

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Erfolgreiche Auktionen bisher

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