Jürgens Weinlese
Es geht auch ohne Alkohol

Seit Jahren werden Weine immer alkoholastiger. Doch es gibt einen gegenläufigen Trend, auf den etwa Marktführer Hawesko setzt. Und für die Winzer kann sich das Geschäft ebenfalls lohnen.

DüsseldorfAllgemein gilt in der Weinwelt: Der Trend geht zu alkoholstarken Weinen. „Früher hatte ein Grand Cru aus dem Bordeaux 12,5 Prozent Alkohol. Das ist heutzutage bereits ein leichter Wein“, erinnert sich Jacques Heon, Gründer von Jacques’ Wein-Depot. „Jetzt haben diese Bordeaux-Weine 13,5 bis 14 Prozent“. Heute zählen Weine mit einem Alkoholgehalt von mehr als 13 Prozent seiner Meinung nach zur Normalität. „Da können Sie gleich einen Portwein trinken.“

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen hängt dies auch mit dem Klimawandel zusammen, der zu reiferen Trauben mit mehr Zucker führt. Und dieser Zucker wird bei der Vergärung in Alkohol umgewandelt – je mehr Zucker, desto mehr Alkohol.

Ein weiterer Aspekt: Robert Parker, der weltweit einflussreichste Weinkritiker, hat bereits zu Beginn der 90er-Jahre dunkelfarbige, kräftige Weine hoch bewertet und damit auch gefördert. Als solche Tropfen aus den USA und Australien nach Europa kamen, zogen die europäischen Winzer nach.

Der dritte Aspekt: Weine von Reben mit geringeren Traubenerträgen ergeben höhere Qualitäten beim Wein. Deswegen haben Weingüter, die auf Qualität setzen, ihre Erträge heruntergefahren. Allerdings ergeben weniger Trauben pro Stock zwangsläufig auch höhere Zuckerwerte, schreibt Experte Jens Priewe auf seiner Website „weinkenner.de“

Doch es gibt mittlerweile auch den gegenläufigen Trend: Den zu sogenannten „Low Alcohol“-Weinen. „Bei zehn Volumenprozent Alkohol liegt hier eine magische Grenze“, erläutert Johannes Merwald, Leiter Produktmanagement bei Hawesko. „Viele möchten schon mittags ein Glas trinken, ohne die Wirkungen des Alkohols zu spüren“, begründet er. Die börsennotierte Hawesko AG ist mit ihren verschiedenen Vertriebsschienen (Hawesko.de, Jacques’ Wein-Depot, Tesdorpf und Großhändler) und einem Umsatz von fast einer halben Milliarde Euro Marktführerin in Deutschland.

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