Jürgens Weinlese: „Juristen können alles“

Jürgens Weinlese
„Juristen können alles“

Eine Medizinerin und ein Jurist kaufen ein Weingut in Südafrika, investieren viel und führen es von Deutschland aus zum wirtschaftlichen Erfolg. Dabei spielen Marienkäfer ein große Rolle.
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Es waren Aufbruchzeiten 1994 in Südafrika: Das Apartheidsregime dankte ab, es folgte der zarte Beginn eines demokratischen Systems. Nelson Mandela wurde zum Präsidenten Südafrikas gewählt. In diesen Zeiten – annähernd vergleichbar mit der Wende im Osten Deutschlands – erfüllte sich der - mittlerweile verstorbene - deutsche Unternehmer Friedrich Laibach mit dem Kauf eines Weingutes in Südafrika seinen Lebenstraum.  Die 50 Hektar große Fläche in der traditionellen südafrikanischen Weingegend Stellenbosch erwarb seine Tochter Dr. Petra Laibach-Kühner zusammen mit ihrem Ehemann Dr. Rudolf Kühner.

„Good Success“ nannte sich das Weingut, das damals keinen eigenen Wein produzierte und nur Trauben an andere Weingüter verkaufte. Doch seitdem hat sich vieles geändert:  Neue Rebstöcke wurden gepflanzt; ein neuer Weinkeller errichtet, um eigene Weine zu produzieren. Und auf dem malerischen Weingut stehen für Urlauber mehrere gut ausgestatte Appartements bereit.

Trotz der jahrelang hohen Investitionen für die Produktion von eigenen Weinen schreibt Laibach nach eigenen Angaben seit 2000 schwarze Zahlen. Im Gegensatz zu vielen anderen Weingütern in Südafrika, die nach einem Bericht der Unternehmensberatung Price Waterhouse aus dem Jahr 2013 nicht profitabel arbeiten. „Unser Betrieb ist schlank aufgestellt, wir haben zum Beispiel keinen eigenen Marketing-Manager“, erzählt Rudolf Kühner. Der Jurist war zuletzt Regierungspräsident in Karlsruhe, im Mai 2012 verabschiedete ihn die neu gewählte grün-rote Landesregierung in den Ruhestand.

Wie haben es eine Medizinerin und ein Jurist geschafft, von Deutschland aus ein Weingut in Südafrika zu managen? „Juristen können alles“, scherzt Rudolf Kühner und ergänzt, dass man Glück hat, gute, engagierte Mitarbeiter eingestellt zu haben. „Die bezahlen wir überdurchschnittlich, und wenn Sie Ihre Verkaufsziele erreichen, erhalten sie Bonuszahlungen.“

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  • Frage: Wenn es offene Gärungstanks gibt, ist dies nicht unhygienisch? Könnten dann nicht Insekten(Spinnen,FLiegen,Marienkäfer) da rein fallen bzw da Eier rein legen?

    Haben die da so ein Art Insektenschutz drüber?

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