Jürgens Weinlese
Kostenlose Weinproben

Können Weinhändler profitabel sein, wenn quasi alle Weine ständig kostenlos probiert werden können? Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder ist für dieses Thema auf Entdeckungsreise gegangen.
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Eigentlich bin ich kein Freund von  kostenlosen Weinproben. Lieber zahle ich pro Probierglas oder auch für den gesamten Abend einen Obolus, denn schließlich entwickele ich bei solchen Proben einen enormen „Entdeckergeist“ und bin gespannt auf jedes neues Bukett sowie auf neue Geschmacksrichtungen. Doch wenn mir die Weine nicht schmecken oder einfach zu teuer für die gebotene Qualität sind, habe ich nach einer freien Verkostung immer ein „ungutes Gefühl“ auf dem Nachhauseweg  - insbesondere, wenn ich nichts gekauft habe. Vielleicht bin ich in diesem Punkt zu altmodisch, aber lieber zahle ich halt  für solch eine Probe.

Kein derartiges „ungutes Gefühl“ habe ich, wenn ich bei einer Filiale der Weinkette „Jacques Weindepot“ probiere und ohne einen Kauf das Geschäft verlasse. Dort gehört die kostenlose Probe zum Geschäftsmodell. Sie können – bis auf die teuren Premium-Weine – jeden beliebigen Wein probieren. Am Anfang habe ich mich immer gefragt, wie ein solches Konzept funktionieren kann. Die Geschäftsführung verweist auf die hohe Kundenzufriedenheit und die geringe Umtauschquote.  Schließlich könne jeder Kunde solange probieren, bis er den Wein gefunden hat, der ihm schmeckt.

Das Unternehmen Jaques hat eine lange Tradition. Vor fast 40 Jahren wurde die erste Filiale eröffnet, mittlerweile gibt es 283 davon. Jacques ist Teil der börsennotierten Hawesko AG, nach eigenen Angaben das größte Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner und einer der bedeutendsten Weinanbieter der Welt.

Ein weiteres  Problem, das ich lange Zeit bei Wein-Einzelhändlern hatte: Innerhalb der Woche habe ich während der regulären Öffnungszeiten keine Zeit. Und schon am Samstagmorgen oder -mittag Wein zu probieren – das ist auch nicht die beste Lösung.

Kommentare zu " Jürgens Weinlese: Kostenlose Weinproben"

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  • Ich finde Jaques zwar auch gut, aber im Internet findet man schon Weine mit einem besseren Preis Leistungsverhältnis.

    Allerdings ist im Web das "Finden" das Problem, denn man muss entweder bestellen was man schon kennt, dann kann man nichts falsch machen oder man muss blind bestellen.

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