Jürgens Weinlese
„Mit Champagner macht man Dummheiten“

Der prestigeträchtigste Prickler der Welt ist für seine Anhänger mehr als irgendein Schaumwein, sondern das Original. Warum das Getränk so teuer ist und welches die besten Produzenten sind.
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Diesen Hype und das Getue um Champagner kann ich nicht nachvollziehen. Ich trinke ohnehin selten Schaumweine.  Aber wenn ich einen getrunken habe, steht für mich meist immer fest: Der Unterschied zwischen einem guten deutschen Sekt, einem französischen Crémant (Schaumwein außerhalb der Champagne) und einem spanischen Cava ist gegenüber Champagner nicht sehr groß. Der größte Unterschied für mich: Champagner ist deutlich teurer.

Dieses liegt an der Größe der Region. Die Champagne im Nordosten Frankreich  ist nur 34.000 Hektar groß – so groß wie die deutschen Anbaugebiete Mosel und Rheinhessen zusammen. Beachtliche 15 000 Winzer gibt es in dieser Region und, wie beim Portwein, darf nur Champagner auf der Flasche stehen, wenn die Trauben nur aus dieser Region kommen und auch dort verarbeitet wurden. Trotz der kleinen Größe hat die Champagne einen Marktanteil von zehn Prozent. Jährlich werden insgesamt drei Milliarden Flaschen Schaumwein geköpft – mit steigender Tendenz.

Warum Champagner so teuer sein muss, hat mein geschätzter Journalistenkollege Clemens Hofmann in einer hörenswerten Radio-Reportage für WDR 5 aufgezeigt. Der Preis für ein Kilo Trauben ist in der Champagne festgelegt: Je nach Lage liegt dieser zwischen 5,50 und sieben bis sechs Euro. Zum Vergleich: Winzer im italienischen Chianti-Gebiet erhalten meist weniger als einen Euro für die gleiche Menge. Und in der spanischen Region Katalonien können Winzer froh sein, wenn sie für ein Kilo Trauben für die Cava-Herstellung 50 Cent bekommen.

„Das Kartell der Perlen – wie die Champagne die Preise macht“ lautet der Titel der Reportage. Das lustigste Zitat aus der Sendung: „Beim Bordeaux denkt man Dummheiten, beim Burgunder sagt man Dummheiten und beim Champagner macht man Dummheiten“.

Seite 1:

„Mit Champagner macht man Dummheiten“

Seite 2:

Die vier Champagnerarten

Seite 3:

Meine Schaumweine

Kommentare zu " Jürgens Weinlese: „Mit Champagner macht man Dummheiten“"

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  • Es gibt keinen like Button... Den hätte ich gern geklickt :-)

  • das stimmt natuerlich so auch wieder nicht. denn zugelassen sind natuerlich alle pinotrebsorten (einschliesslich pinot gris, pinot blanc), sowie die weissen arbane und petit meslier, die es auch als reinsortige champagner gibt

  • ne sutor supra crepidam. bei oder nach der gesellschafterversammlung/redaktionskonferenz paar pullen brunello beim italiener aufreissen ist ok; ueber champagner schreiben, wenn man weder ahnung noch interesse hat, nicht.

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